19.08.2005 16:07 |

Abgas-Alarm

Kaliforniens Kühe sind die größten Umweltsünder

Die größten Umweltsünder Kaliforniens sind nicht etwa Autos oder Fabriken, sondern Kühe: Wie eine Untersuchung ergab, produziert eine Milchkuh neun Kilogramm flüchtige organische Verbindungen (FOV) pro jahr, das ist mehr als ein Auto. Die Forscher schlagen jetzt Umwelt-Alarm.

Rund 2,5 Mio. Kühe gibt es in San Joaquin Valley in Kalifornien. Untersuchungen von Forschern in insgesamt 15 Einzelstudien geben den Milchkühen einen negativen Abgasbescheid, berichtet die Zeitschrift National Geographic.

Die Warnung kommt rechtzeitig, sind sich die Experten einig. Das auf Milchprodukten immer so hoch gelobte saubere "Dairyland" ist für seine großen Mengen an Smog bekannt. In den vergangenen sechs Jahren wurde im San Joaquin Valley das US-Luftreinhaltegesetz häufiger übertreten als in jedem anderen US-Bundesgebiet. "Die Luftqualität im San Joaquin Valley ist die schlechteste in den gesamten USA", so ein Experte. 

Kühe und Schafe für 25% der Methangase verantwortlich
Autos und andere Fahrzeuge würden zwar mehr Abgase produzieren, weil Kohlenmonoxid und Stickoxide hinzukommen. Allerdings beunruhigen die flüchtigen organischen Verbindungen, da sie eine wesentliche Rolle bei der Bildung von bodennahem Ozon spielen. Und dieses ist eines der wesentlichen Bestandteile von Smog. Doch nicht nur die FOV beunruhigen die Experten, denn Kühe sind, gemeinsam mit Schafen, für ein knappes Viertel der Methangas-Emissionen auf der Erde verantwortlich. Methan ist ein 21-mal wirksameres Treibhausgas als CO2.

"In ländlichen Regionen sind Weidetiere für 50 Prozent der Methangase verantwortlich", bestätigt Jamie Newbold vom Institute of Rural Sciences in Aberystwyth/Wales. Eine ausgewachsene Milchkuh stößt zwischen 400 und 500 Liter Methangas am Tag auf. Mikroben im Kuhdarm sorgen für die Fermentierung zur besseren Verdauung und produzieren diese Gase. Im Vergleich dazu erzeugt ein Mensch nur wenige Milliliter Methan am Tag.

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