Alle Jahre wieder...
Gib dem Schimmel in deinem Zuhause keine Chance!
Er ist hässlich, er verbreitet einen unangenehm modrigen Geruch und er ist vor allem auch eines: ungesund. Keine Frage, dass niemand in seinen vier Wänden den hartnäckigen Schimmel einziehen lassen will.
Doch gerade in der Heizsaison schaffen falsches Heiz- und Lüftungsverhalten geradezu ideale Bedingungen für die Ansiedelung und Vermehrung von Schimmel. Was zusätzlich noch zu einer verstärkten Ausbreitung des Schimmelproblems führt, ist unser komfortables Wohnen: Gut gedämmte, quasi luftdichte Räume, häufiges Duschen oder Baden und bequeme T-Shirt-taugliche Heiztemperaturen führen zu einer sehr hohen Luftfeuchtigkeit, was Schimmelbildung begünstigt.
Eine weitere Ursache für die rasante Vermehrung des Schimmelproblems in unserer modernen Wohnkultur sehen einschlägige Experten aber auch im Einrichtungsstil selbst: Wandregale und –verbauten, eng an die Wände gerückte Betten und Wohnlandschaften wirken zwar optisch luftiger und lassen den Raum weiter erscheinen, verschlechtern aber die Luftzirkulation und fördern so die Schimmelbildung.
Einige Grundregeln der Schimmelbekämpfung
Für die Entstehung von Schimmel gibt es mehrere mögliche Ursachen. Da Schimmel, wenn er nur oberflächlich entfernt wird, immer wiederkommt, müssen diese zu einer wirksamen Bekämpfung abgeklärt werden. Bei baulichen Mängeln hilft meist nur der Weg zum Fachmann. Schimmel, der durch Fehlverhalten der Bewohner oder undichte Wasserrohrleitungen entsteht, kann schon leichter durch Do-it-yourself-Maßnahmen der Garaus gemacht werden.
Achtung: Eine Experten-Faustregel lautet, dass betroffene Stellen ab mehr als ca. 40 Quadratzentimeter Befall nicht mehr in Eigenregie behandelt werden sollten, sondern ebenfalls am besten Fachfirmen beauftragt werden (müssen).
Besonders unangenehm ist der sogennante versteckte Schimmel: Hier stören zwar nicht die schmutzig-schwarzen Stellen das Auge, doch der typisch stechend-modrige Schimmelgeruch wird deutlich wahrgenommen. In diesem Fall verbirgt sich der Schimmel häufig hinter Wandmöbeln oder gar in Dämmungen unter dem Fußboden.
Vorbeugen ist besser, …
... als hartnäckigen Schimmel immer wieder zu bekämpfen. Nachfolgend einige Tipps:
- Richtige Lüftung: Fehlerhaftes Lüftungsverhalten gilt als einer der Hauptursachen für Schimmelentstehung in Wohnräumen. Richtig: Mindestens zweimal täglich fünf bis zehn Minuten Stoßlüften. Das ist in der Regel ausreichend, um zu hohe Luftfeuchtigkeit ins Freie abzuführen. Gleichzeitig reicht die Lüftungsdauer aber nicht aus, um Möbel oder Wände zu stark abzukühlen. Fenster nicht kippen, da hier Wandteile ausgekühlt werden. Übrigens: Stoßlüften ist selbst bei regnerischem Wetter sinnvoll.
- Hohe Luftfeuchtigkeit vermeiden: Luftfeuchtigkeit, die nicht ins Freie abgeleitet wird, sammelt sich bevorzugt an kalten Wänden und Fenstern. Gerade in der Heizsaison wird oft fälschlich die Luft als zu trocken empfunden. Im Zweifelsfall mit Hygrometer Luftfeuchtigkeit überprüfen – der Idealwert liegt zwischen 40 und 60 Prozent.
- Wasserdampf ableiten: Nach dem Kochen oder Braten am besten sofort lüften und die Tür zu den übrigen Räumen geschlossen halten.
- Bad nach Duschen geschlossen halten: Häufig wird nach dem Duschen die Badezimmertür aufgemacht, und so verteilt sich der Wasserdampf in der Wohnung. Experten empfehlen, die Tür geschlossen zu halten und den Dampf über das Badezimmerfenster oder über die Badlüftung abzuleiten. Stehen beide Möglichkeiten nicht zur Verfügung, dann so rasch wie möglich die Wohnung lüften.
- Regelmäßige Heiztemperaturen: Im Winter sollte die Heizung niemals zu stark abgekühlt werden, da dadurch ein feucht-kaltes Raumklima begünstigt wird. Auch sollten zu starke Temperaturunterschiede zwischen den verschiedenen Räumen vermieden werden.
- Wäsche trocknen: Im Winter wird Wäsche besonders gerne in der Wohnung (und am besten gleich direkt auf den Heizkörpern) getrocknet. Wenn es keine andere Möglichkeit gibt: öfters lüften, um zu hohe Luftfeuchtigkeit zu vermeiden.
- Fensterrahmen regelmäßig prüfen: Eine besonders beliebte Schimmel-Befallstelle stellen im Winter die Fensterrahmen dar, wenn sich hier Kondenswasser sammelt.
- Keine Kästen direkt an die Außenwände stellen: Für eine ausreichende Luftzirkulation sollte bei großen Möbel in Wandnähe stets gesorgt werden. Dafür ist ein Abstand von mindestens fünf Zentimeter einzuplanen. Tipp: Für Wandbilder gibt es spezielle Abstandhalter.
Und noch einige Tipps zur Schimmelbekämpfung:
- Step-for-Step-Regel: Im ersten Schritt muss immer die nasse bzw. feuchte Schimmelursache beseitigt werden. Erst danach die sichtbaren Stellen bekämpfen.
- Erst abtöten, dann wischen: Bei der Schimmelbekämpfung wird zunächst das abtötende Mittel auf die Stellen gesprüht bzw. aufgetragen und erst nach einer entsprechenden Einwirkungszeit die schwarzen Flecken weggewischt.
- Vorsicht bei chemischen Keulen: Auch chemische Schimmelvernichter zeigen nur dann Wirkung, wenn die Feuchtigkeitsursache beseitigt wurde. Zudem enthalten viele dieser Mittel Giftstoffe, deshalb auf angemessene Schutzkleidung achten: Handschuhe, Augenschutz, Atemmaske mit entsprechender Kennzeichnung. Und: Fenster öffnen!
- Mythos Essigwasser: Essig gilt als ungiftiges und wirksames Hausmittel zur Schimmelbekämpfung. Einige Untersuchungen zeigten jedoch, dass Essig nur bei metallischen und keramischen Flächen auch antibakterielle Wirkungen zeigt: mineralischer Putz neutralisiert den Essig.
- Problem Staub: Bei einem Schimmelbefall sind viele Sporen auch im Staub enthalten. Daher bei weit geöffneten Fenstern Staubsaugen und wischen.







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