18.08.2005 15:46 |

Riskantes Fliegen

Charter-Flüge 17 Mal riskanter als Linien-Flüge

Die Orte der schweren Unglücke der jüngsten Zeit trennen tausende Kilometer, doch sie ein eines: Es sind Flugzeuge finanzschwacher Charter-Airlines, die ihrer Passagiere in den Tod flogen. Ein Zufall sicher, ein neuer Bericht zeigt jedoch auch ein Muster. Denn: Das Risiko eines Unfalls mit dem Flugzeug einer Charter-Gesellschaft ist demnach siebzehn Mal höher als bei Linienflügen.

Der Bericht des in der Schweiz beheimateten „Bureau d'Archives des accidents aéronautique“ (BAAA) nahm schwere Zwischenfälle in den Jahren 1994 bis 2003 unter die Lupe. Obwohl 60 Prozent aller Flüge weltweit in Linienmaschinen absolviert werden, sind sie in weniger als ein Drittel aller Unglücke verwickelt.

Im Jahr 2004 gab es auf Linienmaschinen neun tödliche Unfälle, bei Charter-Maschinen lag diese Zahl bei 18. Immerhin ist der Trend rückläufig. Ein Jahr zuvor gab es 25 tödliche Unfälle von Charter-Maschinen. "Die Zahl der Unglücke und der Verlust an Menschenleben bleibt aber weiter Besorgnis erregend", heißt es in dem Bericht.

"Laxe" Einstellung
Die großen Reisekonzerne kaufen sich für ihre Ferienflüge meist bei den bekannten Großanbietern ein. So schickt die TUI rund 90 Prozent der Urlauber mit Hapag Lloyd, Condor, Air Berlin oder LTU auf die Reise. Teils weichen Veranstalter auf andere Linien aus. So hatten die Tochterunternehmen TUI Suisse und TUI Polska Charter Verträge mit der zyprischen Unglücks-Airline Helios geschlossen. TUI kündigte nach dem Absturz bei Athen die Verträge.

Der Studie zufolge liegen die wirklich riskanten Welt-Gegenden aber nicht in Europa. Vor allem in Afrika oder Südamerika hätten Länder eine "laxe" Einstellung bei der Einhaltung der internationalen Standards, die von der Internationalen Zivil-Luftfahrtorganisation vorgegeben werden.

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