17.08.2005 08:59 |

"Österreich gerüstet"

Hochansteckender Virus in EU eingeschleppt

Das hochansteckende Vogelgrippe-Virus "H5N1" beschränkte sich bisher auf den asiatischen Kontinent. Doch es war nur eine Frage der Zeit: Durch einen illegalen Vogel-Import ist das Virus schon vor Wochen erstmals nach Europa gelangt. Zum Glück konnten die Tiere damals beschlagnahmt werden. Aber auch anderswo plagt das Virus den heimischen Kontinent: In Russland sieht man sich derzeit mit einer steigenden Zahl toter Vögel konfrontiert. In den Niederlanden müssen alle Hühner ab sofort in die Ställe gesperrt werden. Laut Experten ist Österreich aber für einen Ernstfall "gerüstet".

Die Vogelgrippe hat über einen illegalen Import erstmals auch die Europäische Union erreicht. Zwei mit dem hochansteckenden H5N1-Virus infizierte Wildvögel sind auf dem Flughafen Brüssel beschlagnahmt worden. Das teilte jetzt der Staatssekretär des deutschen Verbraucherministeriums mit.

Reisende hätten die lebendigen Vögel in einem Koffer aus Asien einführen wollen. Bei der Kontrolle seien sie gestoppt worden. Der Fall liege aber bereits einige Wochen zurück, hieß es.

500 infizierte Kadaver in Russland
Außerdem hätten russische Behörden einen H5N1-Ausbruch im Ural in Tscheljabinsk bestätigt. In der Region Tscheljabinsk sei in einem See eine größere Zahl toter Vögel gefunden worden.

Er berief sich auf eine Mitteilung russischer Behörden vom Dienstag, wonach die Vögel mit H5N1 infiziert gewesen seien. Nach seinem Kenntnisstand sei die Zahl der in Russland gefundenen Kadaver innerhalb von 24 Stunden auf 500 gestiegen.

"Österreich gerüstet"
Für Österreich bestehe derzeit keine drohende Gefahr. Man muss aber EU-weit untersuchen, ob das Virus auch durch Zugvögel eingeschleppt werden kann.

Österreichs Generaldirektor für Gesundheit, Hubert Hrabcik, beruhigt: "Wir sind im Zeitplan. Das Virus ist noch nicht von Mensch zu Mensch übertragbar. Für eine weltweite Seuche sind wir rechtzeitig gerüstet."

Im Gesundheitsministerium plant man bereits Maßnahmen um eine Versorgung mit Medikamenten im Notfall zu garantieren

Niederländische Hühner müssen drin bleiben
Die Experten befürchten Ansteckungsgefahren, wenn Zugvögel aus Russland im Herbst über die Niederlande ziehen. Darum müssen niederländische Geflügelzüchter ihre Tiere momentan per Verordnung im Stall einsperren. 

Erste ziehende Wildenten aus den Verbreitungsgebieten könnten nach Ansicht der niederländischen Wissenschaftler schon bald den Westen Europas erreichen.

Foto: Symbolbild

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