14.08.2005 18:48 |

WM-Rekord

Paula Radcliffe gewinnt Marathon-Gold in Helsinki

In Athen saß sie heulend am Straßenrand, in Helsinki lief sie lachend ins Ziel. Als Marathon-Frau Paula Radcliffe am Sonntag mit dem Union Jack im Olympiastadion eine Ehrenrunde drehte, hatte sich die Britin einen ganz großen Traum erfüllt. Die 31-Jährige gewann erstmals bei Leichtathletik-Weltmeisterschaften die Goldmedaille und stellte mit 2:20:57 Stunden zudem einen WM-Rekord auf.

Nur Radcliffe selbst war in dieser Saison schon schneller (2:17:42); an ihren Weltrekord von 2:15:25 kam sie nicht heran.

Silber auf der klassischen Distanz von 42,195 Kilometern holte die entthronte Titelverteidigerin Catherine Ndereba aus Kenia (2:22:01) vor der Rumänin Constantina Tomescu (2:23:19).

"Das war heute ein hartes Stück Arbeit, aber es hat auch ein bisschen Spaß gemacht. Ich wusste, dass ich gut im Rennen lag - ich musste einfach nur durchhalten. Ein großes Dankeschön an die finnischen Zuschauer, die mich das ganze Rennen über angefeuert haben", sagte die erschöpfte, aber glückliche Siegerin, die "mindestens" zwei Bücher in der Woche liest.

Mit dem ersten WM-Gold geht eine lange Quälerei zu Ende. Bei den Olympischen Spielen in Athen hatte Radcliffe sowohl im Marathonlauf (nach 35 km) als auch im 10.000-m-Rennen (nach 6500 m) aufgegeben. In Helsinki war sie vor acht Tagen über 10.000 m nur Neunte geworden.

Kubanerin Menendez wirft Weltrekord
Die Kubanerin Osleidys Menendez hat am Sonntag mit 71,70 Metern einen Weltrekord im Speerwerfen aufgestellt. Die Olympiasiegerin von Athen verbesserte damit im ersten Versuch ihre eigene Bestleistung um 16 Zentimeter und übertraf die bis dahin führende Leverkusenerin Steffi Nerius um mehr als 4,50 Meter.

Gharib holt Männer-Marathon-Titel
Dem früheren Fußballer Jaouad Gharib fehlt noch ein WM-Titel zum Hattrick. Der 33 Jahre alte Marokkaner hatte am Samstag den Männer- Marathon in 2:10:10 gewonnen und seinen Sieg von 2003 in Paris wiederholt. Gharib ist erst der zweite erfolgreiche Titelverteidiger der WM-Geschichte in der längsten Laufdisziplin: Der Spanier Abel Anton siegte 1997 in Athen und auch 1999 in Sevilla.

"Ich möchte den finnischen Zuschauern an der Strecke für ihre Unterstützung danken", sagte der Weltmeister, der erst als 22- Jähriger mit dem Laufen begonnen hatte. "Meine Beine wurden zwar nicht müde, aber ich hatte Magenschmerzen", erklärte Gharib. Silber erkämpfte Christopher Isegwe aus Tansania (2:10:21), Bronze ging an den Japaner Tsuyoshi Ogata (2:11:16). Deutsche Marathonläufer waren in Helsinki nicht am Start.

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