11.11.2012 16:35 |

Erstmals seit 1973

Israelische Armee feuert Warnschüsse nach Syrien ab

Israel hat am Sonntag erstmals seit Jahrzehnten Warnschüsse in Richtung Syrien abgegeben. Unmittelbar zuvor habe eine aus Syrien abgeschossene Granate einen israelischen Militärposten auf den Golanhöhen getroffen, erklärte eine Armeesprecherin. "Es war Teil des internen Konflikts in Syrien." Premier Benjamin Netanyahu (Bild) warnte, Israel beobachte die Ereignisse an seiner Grenze zu Syrien sehr genau und sei "auf alle Eventualitäten eingestellt".

Beim Einschlag der syrischen Granate nahe der Ortschaft Alonei Habashan auf den Golanhöhen am Sonntagmorgen wurde niemand verletzt, wie aus israelischen Militärquellen bekannt wurde. Nach Angaben des Rundfunks handelte es sich bei der israelischen Reaktion um die ersten Schüsse in Richtung syrischer Streitkräfte seit dem Jom-Kippur-Krieg von 1973. Damals hatte Israel syrische und ägyptische Angreifer wieder vollständig aus den umstrittenen Golanhöhen verdrängt.

"Unsere Antwort wird unnachgiebig sein"
Ein israelischer Armeesprecher sagte am Sonntag, die Soldaten hätten eine äußerst präzise Panzerabwehrrakete vom Typ Tamus abgefeuert und dabei absichtlich syrische Ziele verfehlt. Zugleich reichte Israel eine Beschwerde bei den auf den Golanhöhen stationierten UN-Truppen ein. Darin hieß es, die Schüsse aus Syrien würden nicht toleriert - "unsere Antwort wird unnachgiebig sein".

In den vergangenen Tagen waren von syrischem Gebiet aus mehrere Granaten auf die von Israel besetzten Golanhöhen abgefeuert worden. Offenbar handelte sich bei den Schüssen um Querschläger der Auseinandersetzungen zwischen den Konfliktgruppen in Syrien. Die israelische Regierung warnte Syriens Führung jedenfalls vor einer Ausweitung der Grenzzwischenfälle. Vergangene Woche hatte zudem der israelische UNO-Botschafter Ron Prosor in einem Schreiben an den Weltsicherheitsrat gegen das Eindringen syrischer Soldaten in die Pufferzone auf den Golanhöhen protestiert.

Österreichische Soldaten auf den Golanhöhen
Syrien fordert von Israel das besetzte und 1981 annektierte Gebiet zurück, auch die UNO erkennt die Annexion der Golanhöhen nicht an. Israel und Syrien befinden sich offiziell weiterhin im Kriegszustand. Seit einem Abkommen der beiden Nachbarländer von 1974 patrouillieren etwa 1.200 unbewaffnete UN-Blauhelmsoldaten in dem Gebiet. Gegenwärtig sind rund 375 von ihnen Österreicher.

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