Mo, 15. Oktober 2018

Technik bedroht

29.10.2012 11:46

Forscher rechnen ab 2013 mit starken Sonnenstürmen

Die Sonne ist weit weg, 150 Millionen Kilometer entfernt. Wenn dort aber ein heftiger Sonnensturm losbricht und Richtung Erde rast, droht Gefahr. Bald könnte es besonders kritisch werden. "2013 oder 2014, vielleicht auch 2015", meint Werner Curdt vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (kurz: MPS).

Etwa alle elf Jahre geht es auf unserem Zentralgestirn besonders hoch her. Für 2013 oder 2014 werden aufgrund des anstehenden Sonnenflecken-Maximums - das immer eine besonders starke Aktivität der Sonne bedeutet - besonders heftige Sonnenstürme erwartet. Gigantische Wolken werden dann die Erde bedrohen. "Es wird mit Sicherheit zu heftigen Sonnenstürmen kommen. Als erstes trifft es die Satelliten", sagt MPS-Forscher Curdt. "Das Szenario dort oben: Kurzschlüsse, Computerabstürze. Der Funkverkehr kann gestört werden."

Auch Stromversorgung bedroht
Dann müssen Flugzeuge auf bestimmten Linien am Boden bleiben. Auch die Stromversorgung kann es erwischen. Wie etwa 2003, als es durch einen besonders schnellen Sonnensturm zu einem mehrstündigen Stromausfall in Schweden, zu einem Ausfall des europäischen Flugradars und zum Verlust des Forschungssatelliten "Midori 2" kam. Die Termine von Flügen in den USA wurden durcheinandergewirbelt.

Bei Sonnenstürmen sind die Auswirkungen laut der Europäischen Raumfahrtagentur ESA insbesondere in der Arktis, dem nordwestlichen Teil von Russland, Finnland, Skandinavien, Island und Grönland am größten. Bei besonders intensiven Stürmen reichen die Auswirkungen aber sogar bis zu uns nach Mitteleuropa.

Wie schlimm wird es diesmal? "Dazu bräuchte ich hellseherische Fähigkeiten", meint Volker Bothmer von der Universität Göttingen. Der Astrophysiker gehört zum internationalen Team von "Stereo". Diese zwei Satelliten beobachten wie Späher die Sonne. Ein bis zwei Stunden nach einem Sturm sei klar, "ob uns was droht". Auswirkungen auf der Erde könnten nach zwölf bis 24 Stunden zu spüren sein. "Alarm muss sofort gegeben werden."

Keine Weltuntergangsstimmung
Die Wissenschaftler beruhigen aber: Eine Weltuntergangsstimmung sollte nach ihrer Ansicht nicht heraufbeschworen werden. "Es kann aber sein, dass die Welt für fünf Minuten den Atem anhält", meint etwa Andreas Ottenbacher vom ESA-Kontrollzentrum ESOC. Theoretisch könne "der volkswirtschaftliche Schaden immens sein". Der Meteorologe sieht es aber eher gelassen: "Vermutlich muss ich das Handy einfach mal ausschalten und dann wieder einschalten."

Sonnenstürme auf unserem Zentralgestirn sind normal. Gasblasen schießen hoch wie beim Kochen. Eine Wolke rast mit durchschnittlich 1.000 Kilometern pro Sekunde auf die Erde zu. Deren Magnetfeld wird an manchen Stellen gequetscht, an anderen gedehnt.

Hochmoderne Technik reagiert sensibel
Früher merkte die Menschheit davon praktisch nichts. Der Grund: Damals gab es noch keine hochmoderne Technik, die sensibel auf Sonnenstürme reagiert - auch keine Astronauten, die sich vor dem Sonnensturm sicherheitshalber in einen geschützteren Bereich ihren Raumstation zurückziehen. "Wir werden mit zunehmender Technik immer anfälliger", stellt Curdt fest. "Wir sind uns aber auch der Gefahren viel mehr bewusst."

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