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25.10.2012 14:52

Italien: Eltern zu alt - Gericht gibt Kind zur Adoption frei

Ein Berufungsgericht in Turin hat ein zweieinhalb Jahre altes Mädchen zur Adoption freigegeben, weil es die Eltern der Kleinen für zu alt hält. Die Richter warfen dem 71 Jahre alten Mann und seiner 59-jährigen Ehefrau Narzissmus vor. Sie hätten sich niemals Gedanken darüber gemacht, dass ihre mithilfe künstlicher Befruchtung gezeugte Tochter bereits in jungen Jahren Waise sein und davor noch gezwungen sein könnte, sich um ihre alten Eltern zu kümmern, kritisierte das Gericht. Deshalb wird das Mädchen ihre Eltern nun nie wiedersehen.

Die Richter beschuldigten die Eltern, die enormen Möglichkeiten der Gen-Medizin missbraucht zu haben. Außerdem hätten sie das Kind schwer vernachlässigt.

Das Berufungsgericht bestätigte damit ein erstinstanzliches Urteil eines Jugendgerichts, das 2011 gefällt worden war (siehe Infobox). Das Kind wird die Eltern nicht mehr treffen dürfen.

Tochter sei eine "Frucht der Liebe"
Die Eltern verteidigten sich vor Gericht, ihre Tochter sei eine "Frucht der Liebe" und das wahre Opfer des Richterentscheids. Das Paar hatte 1990 geheiratet, damals war die Bibliothekarin 36 Jahre alt. Jahrelang versuchte sie vergeblich, auf natürlichem Weg schwanger zu werden. Zwei Adoptionsanträge in den Jahren 1999 und 2003 wurden abgelehnt. Daraufhin entschloss sich das Paar zur künstlichen Befruchtung mithilfe eines Samenspenders im Ausland.

Im Mai 2010 kam dann ihr Mädchen in Turin auf die Welt. Doch schon einen Monat später wurde es von dem Jugendgericht in eine Pflegefamilie gegeben, nachdem Nachbarn die Eltern angezeigt hatten, weil sie das Baby 45 Minuten lang allein im Auto gelassen hatten. Die Entscheidung des Gerichts löste in Italien eine scharfe Debatte aus.

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