Do, 18. Oktober 2018

Um Männer gebuhlt

23.10.2012 15:17

Wien: Frau biss Kontrahentin in Wade - Freispruch

Allein die Konstellation hält großes Konfliktpotential bereit: Drei Frauen buhlten in einem Swingerclub am Wiener Gürtel um zwei Männer, die eine der Beteiligten - die spätere Angeklagte - in das Etablissement mitgebracht hatte. Die Situation eskalierte, es kam zum handfesten Streit, bei dem die Beschuldigte einer ihrer Kontrahentinnen in die Wade biss. Am Dienstag wurde sie in Wien, nicht rechtskräftig, vom Vorwurf der Körperverletzung und der Gefährdung mit einer ansteckenden Krankheit freigesprochen - die Frau ist HIV-positiv.

Schauplatz der Auseinandersetzung war ein Lokal am Wiener Gürtel. Der Eigentümer schilderte detailliert, wie an jenem Tag die aus Nigeria stammende Beschuldigte mit einem Mann in die Bar kam. Kurze Zeit später läutete ihr Telefon. "Sie stand auf, kam zu mir und sagte: 'Ich hab' ein Problem, mein zweiter Freund kommt auch her.' Ich meinte - leicht schmunzelnd -, dass das ihr Problem sei", so der Zeuge vor Gericht.

"Wenn Frauen raufen, kriegen sie sich in die Haare"
Kurze Zeit später saß die junge Frau mit den beiden Männern an einem Tisch. Zwei Schwestern aus der Slowakei, die sich ebenfalls in dem Etablissement aufhielten, gesellten sich zu dem Trio und versuchten laut Angaben des Inhabers nach und nach, der Angeklagten ihre Begleiter abspenstig zu machen. Das dürfte letztlich zur Eskalation geführt haben.

Der Lokalbesitzer schilderte anschaulich und nicht ohne chauvinistische Untertöne der Richterin, wie die Schwestern die Beschuldigte an den Haaren zu Boden rissen. "Wenn Frauen raufen, kriegen sie sich in die Haare", so eine der Aussagen des Zeugen. Oder: "Ich hasse es, wenn zwei Frauen miteinander raufen. In dem Fall waren's drei - noch schlimmer."

Die am Boden liegende Beschuldigte wehrte sich schließlich gegen ihre beiden Angreiferinnen, indem sie einer der beiden in die Wade biss. So gab es aufgrund ihrer Infektion zusätzlich die Anklage wegen der Gefährdung.

Schwestern für Richterin nicht glaubwürdig
In ihrer Urteilsbegründung wies die Richterin darauf hin, dass sich die Angeklagten in einer früheren Verhandlung mehrfach in Widersprüche verwickelt hatten. So maß sie den Aussagen der beiden Schwestern keine ausreichende Glaubwürdigkeit zu. Der Freispruch von der Körperverletzung erfolgte daher im Zweifel für die Angeklagte.

Dass auch die vorsätzliche Gefährdung durch eine ansteckende Krankheit fallengelassen wurde, lag u.a. an der Expertise eines Mediziners. Dieser hatte konstatiert, dass sich die Frau in Therapie befinde und nicht infektiös sei. Die Staatsanwältin gab keine Erklärung ab, das Urteil ist somit noch nicht rechtskräftig.

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