So, 21. Oktober 2018

"Absolut vermeidbar"

22.10.2012 16:50

Derby-Schlägerei, weil Wiener Polizei sparen musste?

Auch am Montag war der "Überfall" von rund 100 Rapid-Fans vor der Osttribüne der Generali-Arena auf friedliche Derbybesucher Thema Nummer eins. Bei der Austria, der Polizei und vielen, die unschuldig zum Handkuss kamen. Die Polizei berichtete von insgesamt acht Verletzten. Und jeder stellte sich dieselbe Frage: Warum? Eine mögliche Antwort: weil die Wiener Polizei sparen musste.

Warum konnte das passieren, warum hatte niemand von der Exekutive diese Splittergruppe begleitet, warum kam die Exekutive zu spät zum Ort des Geschehens, warum gibt es eigentlich Sicherheitsbesprechungen, wenn dann wieder etwas passiert?

Polizei auf Fehlersuche
Unmittelbar nach Spielende gab es schon eine erste Nachbetrachtung, am Montag folgten die nächsten – auch intern bei der Polizei, wie deren Sprecher Roman Hahslinger bestätigt: "Unser oberstes Ziel ist es, derartige Ausschreitungen zu verhindern. Wenn sie dann doch passieren, dann müssen wir dem natürlich nachgehen, die Fehler suchen."

Hahslinger gibt zu, dass es für die Schläger-Splittergruppe "keine direkte Polizei-Begleitung" gegeben hat. Über das Warum schweigt er sich aus, ebenso darüber, ob szenekundige Beamte diese Gruppe begleitet hatten: "Das gilt es noch zu klären."

Fakt ist, dass die Rowdys nicht mit den anderen Rapid-Anhängern in Richtung Generali-Arena gingen. Normal gibt es ja einen genauen Plan, wie diese zum Stadion kommen, ohne mit violetten Fans in Kontakt zu kommen. Das hat bei den letzten Derbys in Favoriten immer sehr gut geklappt. Diesmal aber nicht. Weil eine Splittergruppe die Polizei "austrickste" und diese nicht damit gerechnet hatte.

Weniger Beamte im Einsatz?
Da nichts im Vorfeld auf Ausschreitungen hingedeutet hatte, soll die Polizei diesmal weniger Personal abgestellt haben. Die Sondereinheit WEGA hatte nur vier Gruppen im Einsatz – normal sind es acht. Und auch bei den anderen Beamten sollen weniger als ursprünglich besprochen vor Ort gewesen sein.

Der Grund: Einsparungen. Sonntagsdienste sind teuer, auch bei der Polizei. War das der Grund, warum keine Polizei bei den Rowdys war? Konnten diese deswegen ungehindert bis zum Stadion kommen, da niemand da war, der sie aufhalten hätte können? Konnten diese deswegen minutenlang auf Fans einprügeln, ehe die Polizei (die drei Chaoten einsperrte) zur Stelle war?

Kraetschmer: "Schlägerei war vorhersehbar"
Austrias Vorstand Markus Kraetschmer ist überzeugt, dass der Überfall absolut vermeidbar war: "Die Vandalen gingen minutenlang ohne Bewachung Richtung Stadion, die Schlägerei war vorhersehbar!"

Die Austria verfasste ein Mail an Exekutive, Bundesliga und Rapid, um den ihrer Meinung nach "gewalttätigen Angriff auf die gesamte violette Fangemeinde, die Geschäftsstelle, die Mitarbeiter, Partner und Sponsoren" aufzuklären.

Von der Exekutive will man wissen, welche strategischen Sicherheitsmaßnahmen gesetzt wurden, wie viele Exekutivbeamte zum Zeitpunkt des "Überfalls" an den einzelnen Tribünen präsent waren. Von der Bundesliga, welche Reaktion nach den Vorfällen zu erwarten ist. Und von Rapid, welche Sicherheitsmaßnahmen hinter dem neuen Fankonzept, speziell in Verbindung bei Personen mit Stadionverbot, aber auch Kooperationen mit Fangruppierungen aus dem Ausland, stehen – laut Zeugenaussagen waren diesmal "Fans" aus Budapest maßgeblich beteiligt.

Viele Fragen – die Antworten werden interessant.

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