Mi, 19. September 2018

Gorgon-Doppelpack

21.10.2012 17:56

Austria besiegt im 303. Wiener Derby Rapid mit 2:0

Die Wiener Austria ist jetzt alleiniger erster Verfolger von Meister Red Bull Salzburg. Die Elf von Peter Stöger gewann am Sonntag zum Abschluss der zwölften Bundesliga-Runde das 303. Wiener Derby gegen Rapid in der Generali-Arena dank eines Doppelpacks von Alexander Gorgon verdient mit 2:0 und liegt damit einen Punkt hinter den Mozartstädtern auf Platz zwei der Tabelle. Den Hütteldorfern fehlen bereits vier Zähler auf die "Bullen".

Dass die Niederlage für die Grün-Weißen vor den Augen von ÖFB-Teamchef Marcel Koller und vier Tage vor dem Europa-League-Heimspiel gegen Bayer Leverkusen nicht höher ausfiel, hatten sie der mangelhaften Chancenauswertung der Austria zu verdanken. In der zweiten Minute köpfelte Hosiner aus guter Position weit drüber, in der vierten Minute rettete Goalie Königshofer bei einem Kopfball von Koch per Fußabwehr, in der 13. Minute traf Simovic wenige Meter vor dem Tor den Ball nicht richtig, in der 18. Minute hatte Königshofer bei einem Distanzschuss von Jun Mühe, und in der 24. Minute ließ Hosiner die nächste gute Kopfball-Gelegenheit aus.

"Veilchen" dominierten das Spiel
Die Austria dominierte die Partie von Beginn an nach Belieben, zeigte sich in der Abwehr sattelfest, im Mittelfeld spielfreudig und im Angriff stets brandgefährlich. Die Hütteldorfer hingegen ließen ohne ihren am Auge verletzten Kapitän Hofmann jede Ordnung vermissen und kamen weder mit dem Gegner noch mit dem rutschigen Terrain zurecht.

Die Entstehung des Austria-Führungstores stand symbolisch für die allgemeine grün-weiße Indisponiertheit. Nach Pass von Jun wehrte Königshofer einen Hosiner-Schuss kurz ab, woraufhin Katzer - obwohl völlig unbedrängt - den Ball an die eigene Stange bugsierte. Gorgon (Bild 2) stand goldrichtig und erzielte mit einem Schuss ins lange Eck sein erstes Derby-Tor (29.). Bereits zwei Minuten später hatte Jun das 2:0 auf dem Fuß, scheiterte aber an Königshofer. Die Gäste verströmten erstmals in der 45. Minute einen Hauch von Gefahr, als Lindner bei einem Schuss von Trimmel aus spitzem Winkel eingreifen musste.

Die Austria hingegen war auch nach der Pause weit produktiver beim Herausarbeiten von Einschussmöglichkeiten, auch wenn Rapid zur Pause Boyd und Drazan für Schaub und Grozurek brachte. Jun und Prager ließen in der 48. Minute noch zwei Sitzer aus, in der 52. Minute jedoch gelang den Violetten die Vorentscheidung. Nach einem Eckball von Simkovic durfte Gorgon am kurzen Eck aus nicht einmal zwei Metern einköpfeln - Boyd, Katzer und Königshofer waren interessierte Zuschauer.

Gelb-Rot für Prager
Danach prägten Härteeinlagen vor allem von seiten Rapids die Partie, diesbezüglicher Höhepunkt war Gelb-Rot für Prager in der 74. Minute. Andere Spieler wie Burgstaller oder Trimmel entgingen nur haarscharf einem Ausschluss. Aus spielerischer Sicht sorgte der Rekordmeister nur noch in der 78. Minute für ein Ausrufezeichen: Boyd lief allein auf Austria-Goalie Lindner zu, schupfte den Ball aber meterweit neben das Tor.

Rapid beendet damit erstmals seit 1969 ein Kalenderjahr ohne Derby-Tor und wartet bereits seit sieben Duellen mit dem Erzrivalen (vier Niederlagen, drei Remis, Torverhältnis 1:12) auf einen Sieg. Im nächsten Liga-Match am Sonntag daheim gegen Salzburg fehlen noch dazu Prager und Trimmel wegen Sperren.

Verletzte im Vorfeld
Überschattet wurde das Derby von Ausschreitungen vor dem Spiel. Bei einem Zusammenstoß vor der Generali-Arena in Favoriten gab es drei Leichtverletzte. Etwa 100 Rapid-Anhänger hatten sich versammelt und waren über einen Verbindungsweg zum Parkplatz und zum Fanshop marschiert, wo sie auf den Austria-Anhang trafen.

Laut Polizei griffen die Rapidler an, bis die Ordnungshüter zur Stelle waren. Die Exekutive hielt rund 20 Rapid-Anhänger zur Identitätsfeststellung an, vier Personen wurden festgenommen - drei nach der Strafprozessordnung, eine nach dem Verwaltungsstrafgesetz. Ein Mann musste mit einer Armfraktur ins Spital gebracht werden.

Aus Fankreisen war zu erfahren, dass sich unter den Angreifern auch mit Stadionverbot belegte Mitglieder eines als besonders radikal bekannten, relativ jungen "Fanklubs" befunden haben.

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