Sa, 23. Juni 2018

Tischtennis-EM

20.10.2012 21:31

Gardos/Habesohn holen in Dänemark Gold im Doppel

Robert Gardos und Daniel Habesohn haben sich am Samstag bei den Tischtennis-Europameisterschaften im dänischen Herning die Goldmedaille im Doppelbewerb gesichert. Die als Nummer sechs gesetzten Österreicher besiegten im Finale die schwedische Paarung Kristian und Mattias Karlssen nach hartem Kampf und mehr als einer Stunde Spielzeit mit 4:3 (10, 9, -10, -11, 5, -13, 10).

Der 33-jährige Gardos und der 26-jährige Habesohn lagen zu Beginn zwar schnell 2:7 zurück, ließen sich dadurch aber nicht beirren und holten sich die ersten beiden engen Sätze. Im dritten ließen sie dann eine 8:3-Führung ungenützt, wodurch die Schweden zurück ins Spiel kamen und schließlich den 2:2-Ausgleich schafften. Der klar gewonnen fünfte Durchgang schien bereits die Vorentscheidung gebracht zu haben, doch das ÖTTV-Doppel ließ vier Matchbälle im sechsten Satz aus.

Sechster Matchball bringt Gold
Somit ging es in die alles entscheidende Verlängerung, in der Gardos/Habesohn bei 10:9 erneut Matchball hatten. Auch diesen wehrten die Karlssons ab. Der sechste saß dann aber und sorgte für Riesenjubel im rot-weiß-roten Lager. Denn für Gardos, EM-Dritter 2008 in St. Petersburg im Einzel, und Habesohn, der bisher nur mit dem Team im Vorjahr in Danzig EM-Bronze geholt hatte, war es der bisher größte Erfolg ihrer Karriere.

"Das war ein hartes Stück Arbeit. Wir hatten das Ziel so knapp vor Augen, dass wir in Satz sechs vier Matchbälle nicht verwerten konnten war schon ein harter Brocken. Aber ich denke, wir haben am Ende verdient gewonnen, auch nach den vergebenen Chancen haben wir fest an uns geglaubt", erklärte der Wiener Habesohn. "Nach unseren schlechten Leistungen im Einzel waren unsere Erwartungen für das Doppel eigentlich nicht groß." Nach drei abgewehrten Matchbällen in der ersten Runde hätten sie sich aber mit den Aufgaben gesteigert.

Gardos: "Mentale Meisterleistung"
Auch Gardos war heilfroh, dass sein Partner und er in den entscheidenden Momenten die Nerven bewahrt hatten. "Ich habe noch selten so einen Krimi erlebt, noch dazu in einem Finale. Unser Erfolgsgeheimnis war, dass wir mental stark waren. Dass wir nach den vergebenen Matchbällen weiter unser Spiel durchgezogen haben, war eine mentale Meisterleistung", betonte der gebürtige Ungar.

Es war die insgesamt fünfte EM-Goldmedaille für den ÖTTV, der zum bereits elften Mal in Folge seit 1998 zumindest eine Medaille bei Europameisterschaften geholt hat. Es ist die erste Doppel-Medaille eines rein österreichischen Doppels seit Gold 2005 von Werner Schlager und Karl Jindrak. Schlager hatte danach auch noch mit Patrick Chila (2007/Belgrad/Bronze) und Trinko Keen (2008/St. Petersburg/Silber) jeweils eine Medaille geholt. Dazu hat auch Ex-Europameisterin Liu Jia im Einzel zumindest Bronze sicher.

Seit Eindhoven 1998 hat es nun schon insgesamt 27 ÖTTV-Medaillen zu feiern gegeben, bei den 20 davor ausgetragenen Kontinental-Titelkämpfen waren es nur deren zwei gewesen.

Liu holt zweite Medaille für Österreich
Weil Ex-Europameisterin Liu Jia unmittelbar nach dem Finaleinzug von Gardos/Habesohn im Viertelfinale die Deutsche Kristin Silbereisen in 37 Minuten mit 4:1 (5, 8, 10, -8, 2) abfertigte, darf sich der ÖTTV sogar über eine zweite Medaille freuen, denn mit dem Einzug in die Vorschlussrunde ist ihr zumindest Bronze sicher.

Für die Mutter einer Tochter ist es die vierte Einzel-Medaille, sie gewann 2005 Gold sowie 2008 und 2010 jeweils Silber. Im Kampf um den Einzug ins Endspiel bekommt es Liu am Sonntagvormittag mit der für Frankreich spielenden Yi Fang Xian zu tun, die die Ungarin Georgina Pota 4:2 (9, 8, 5, -10, -7, 5) bezwang.

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