Fr, 21. September 2018

Vollbart in Uniform

19.10.2012 08:23

Ford-Hood-Schütze verliert Beschwerde gegen Zwangsrasur

Der Gerichtsstreit um den Vollbart des mutmaßlichen Amokläufers von Fort Hood geht in die nächste Runde. Die Militärrichter eines Berufungsgerichts entschieden am Donnerstag, dass aufgrund der Uniformregeln von Hasan erwartet werden könne, dass er rasiert zur Verhandlung erscheint. Die Verteidiger des ehemaligen Army-Majors meldeten umgehend Berufung an, jetzt geht der Streit an das militärische Höchstgericht der USA. Die Debatte um den "Islamisten-Bart" des Angeklagten behindert die eigentliche Gerichtsverhandlung schon seit mehreren Monaten.

Der ehemalige Major und Militärpsychologe wird beschuldigt, im November 2009 auf der Militärbasis Fort Hood im Bundesstaat Texas zwölf Kameraden und einen Zivilisten erschossen sowie 32 weitere Menschen verletzt zu haben. Der Prozess vor einem Militärgericht hätte eigentlich schon vor Monaten beginnen sollen.

Doch gleich zum Auftakt der Verhandlung sorgte der Vollbart des Angeklagten für einen Streit. Hasan beteuerte, er trage die Gesichtsbehaarung aus religiösen Gründen und das Gericht habe die Religionsfreiheit zu achten. Der Prozessrichter brummte ihm dennoch 1.000 Dollar Strafe wegen Verletzung der Uniformregeln auf.

Richter: Bartverbot geht vor Religionsfreiheit
Hasans Anwälte legten Beschwerde ein, der Streit kam vor ein Berufungsgericht in Virgina, welches sich vergangene Woche zunächst vertagte, beim zweiten Termin am Donnerstag nun aber gegen den Beschwerdeführer entschied. Auch die Verwaltungsstrafe von 1.000 Dollar hielten die Militärrichter in Fort Belvoir aufrecht.

Die Religionsfreiheit beinhalte für einen Angehörigen des Militärs nicht das Recht, in Uniform einen Bart zu tragen, erklärten die Richter. Sie sprachen Hasan zugleich auch die "ernsthafte religiöse Überzeugung" ab. Immerhin habe er 20 Jahre als Muslim in der Armee gedient und sei stets rasiert gewesen. In jedem Falle gehe die Bestimmung des Militärrechts vor, dass Soldaten keine Bärte tragen dürften.

Hasans Anwälte meldeten erneut Berufung an. Der Fall wird nun an das militärische Höchstgericht der USA, das "U.S. Army Court of Criminal Appeals", verwiesen. Dies ist dann die letzte Instanz.

Hasan droht die Todesstrafe
Bei einer Verurteilung im eigentlichen Prozess droht Nidal Hasan die Todesstrafe. Der palästinensischstämmige US-Militärpsychiater wurde nach dem Massaker von der Polizei angeschossen und ist seitdem vom Hals abwärts gelähmt. Kurz nach der Tat wurde bekannt, dass Hasan mit dem im vergangenen September bei einem US-Drohnenangriff im Jemen getöteten radikalislamischen Al-Kaida-Prediger Anwar al-Awlaki in Kontakt gestanden war.

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