Di, 14. August 2018

Projekt an Uni Graz

18.10.2012 14:25

Goldpartikel sollen helfen, Herzinfarkte früher zu erkennen

Die Früherkennung von Krankheiten kann Leben retten. Um medizinische Diagnosen im Bereich der Herzerkrankungen schon im Anfangsstadium stellen zu können, entwickeln Wissenschaftler der Universität Graz, der Forschungsgesellschaft Joanneum Research und der Medizinischen Universität Graz hochsensible Biosensoren auf der Basis von Gold-Nanopartikeln. Sie machen sich dabei deren besondere optische Eigenschaften zunutze, teilte die Universität am Donnerstag mit.

Biosensoren, zumeist optisch-spektroskopische Sensoren, besitzen ein hohes Potenzial, um Biomoleküle wie Proteine, DNA oder Biopartikel wie Bakterien oder Viren selektiv und mit hoher Sensitivität nachzuweisen. Ausgangspunkt der Grazer Biosensorentwicklung sind Nanopartikel aus Gold: Sie können Licht in Bereiche fokussieren, die nur wenige Nanometer klein sind, erklärte Projektleiter Alfred Leitner vom Institut für Physik der Universität Graz.

Die Grundlagen dazu schufen die Forschungen der dortigen Arbeitsgruppe "Nano-Optik" unter der Leitung von Joachim Krenn. "Wir haben in den vergangenen Jahren gelernt, diese Nanopartikel herzustellen und zu charakterisieren. Ihre Anwendung auf die Sensorik ist der logische nächste Schritt", so Krenn.

Nanopartikel mit Proteinen überzogen
Chemiker von Joanneum Research können die Nanopartikel mit einer molekularen Schicht überziehen, zu der bestimmte Proteine - die bei der Früherkennung von Krankheiten eine entscheidende Rolle spielen - wie ein Schlüssel ins Schloss passen. Im speziellen Fall wurden vom Institut für Pathologie der Med-Uni Graz zwei beispielhafte Proteine ausgewählt, durch deren vermehrtes Vorkommen Rückschlüsse auf ein erhöhtes Herzinfarktrisiko gezogen werden können.

Werden die Proteine von der speziellen Bindungsschicht am Sensor eingefangen, verändert sie die spektrale Zusammensetzung des von den Nanoteilchen gestreuten Lichts. "Ein Effekt, der bereits in ersten Tests als Farbänderung des Lichtfeldes mit freiem Auge sichtbar war", schilderte Leitner.

Partikel mit hoher Messempfindlichkeit
Bisher hat man allerdings noch eine große Menge der nachzuweisenden Proteine verwendet. Da die Nanopartikel aus Gold jedoch imstande sind, Lichtfelder in nanoskopische Dimensionen zu konzentrieren, die den Abmessungen der Proteine entsprechen, kann theoretisch eine sehr hohe Messempfindlichkeit erreicht werden - die Detektion geringster Stoffmengen bis hin zu einzelnen Proteinen. Im aktuellen Projekt sollen die Nanopartikel mit optimierter Lichtkonzentration und entsprechend hoch sensitiver Messtechnik, an deren Entwicklung bereits am Institut für Physik gearbeitet wird, ihre wahre Stärke ausspielen.

Gefördert wird das Forschungsprojekt "PP-BioSens" im Rahmen der Human Technology Interface-Initiative des Zukunftsfonds des Landes Steiermark. Interessant ist das Projekt nicht nur für die Medizin. Das Messprinzip sei nicht auf die Biosensorik beschränkt, sondern lasse sich generell zum Nachweis geringster Stoffmengen - zum Beispiel auch in der Umweltanalytik zur Feststellung von Schadstoffen - einsetzen, hieß es vonseiten der Uni Graz.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Brücken-Drama in Genua
Star-Kicker „verpasst“ Inferno um 10 Minuten!
Fußball International
„Kein Rosinenpicken“
Brexit: Strache stellt sich hinter EU-Kommission
Österreich
Champions League
LIVE: RB Salzburg will auch bei Tetovo siegen!
Fußball International
Nach Vergewaltigung
Versuchter Mord an Ex-Geliebten: 18 Jahre Haft
Österreich
WM-Qualifikation
Verletzte Schnaderbeck fällt für Österreich aus!
Fußball International
141 Migranten verteilt
Malta lässt NGO-Schiff Aquarius anlegen
Welt

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.