Di, 22. Jänner 2019

Erste Bank Open

17.10.2012 22:55

Dominic Thiem holt Sieg, Jürgen Melzer verliert knapp

Sieg und Niederlage für die Einzel-Lokalmatadore bei den Erste Bank Open in der Wiener Stadthalle: Während Nachwuchshoffnung Dominic Thiem am Mittwoch den im Ranking weit vor ihm auf Platz 51 liegenden Slowaken Lukas Lacko nach 93 Minuten mit 7:6(3), 6:3 bezwang, musste Österreichs Nummer eins, Jürgen Melzer, nach einem Freilos in Runde eins im Achtelfinale gegen Gilles Muller aus Luxemburg die Segel streichen.

Thiem ist aktuell Nummer 394 der Welt und damit so gut platziert wie noch nie. Aber natürlich war er als klarer Außenseiter in das Spiel gegen den Weltranglisten-51. gegangen. Lacko hat zwar nun neun seiner letzten zehn Matches auf ATP-Tour-Level verloren, hatte aber mit dem Finale beim Challenger in Taschkent unmittelbar vor Wien Selbstvertrauen gesammelt.

Thiem: "Es war mit Abstand der größte Erfolg"
Dementsprechend happy war Thiem nach seiner tollen Leistung. "Es war mit Abstand der bestplatzierte Spieler, den ich bisher geschlagen habe, und er ist auch gut in Form. Es war mit Abstand der größte Erfolg", freute sich der 19-jährige Niederösterreicher. Er ließ sich auch vom Spielverlauf nicht aus der Ruhe bringen: Thiem hatte nach 5:3-Führung bei 5:4 ein 0:40 aufgeholt, einen Satzball nicht verwerten können und dann doch noch das Break zum 5:5 kassiert.

"Entscheidend war sicher, wie ich in die Partie reingegangen bin. Ich war von Beginn an aggressiv. Ich habe von Anfang an gezeigt, dass ich das Match gewinnen will", analysierte Thiem. Und auch Rückschläge wie im zehnten Game steckte er gut weg. "Ich habe auch das ganze Match nicht nachgelassen, das ist sicher der Grund, dass es so ausgegangen ist." Nach dem gewonnenen Tiebreak übernahm Thiem ab dem 2:2 im zweiten Satz das Kommando und ließ sich seinen zweiten Sieg auf der ATP-Tour nicht mehr entreißen. Vor einem Jahr hatte er die Karriere von Thomas Muster beendet.

Auch Betreuer Günter Bresnik war sehr zufrieden mit dem Auftritt seines Schützlings. "Er hat ausgezeichnet begonnen und auch das Rebreak bei 5:4 gut weggesteckt. Auch das Tiebreak hat er wie ein Vollprofi absolviert. Vorhand und Aufschlag haben ein hohes internationales Level", bescheinigte Bresnik dem Youngster. Thiem trifft nun am Donnerstag auf den Australier Marinko Matosevic, der in der Weltrangliste nur vier Plätze hinter Lacko liegt. "Er hat sicher die Klasse vom heutigen Gegner", sagte Thiem, der den gebürtigen Bosnier mit australischem Pass nur vom Fernsehen her kennt.

Melzer überraschend früh ausgeschieden
Überraschend ausgeschieden ist dagegen Melzer bei seinem Auftritt im Achtelfinale. Der als Nummer vier gesetzte Niederösterreicher, der in den Jahren 2009 und 2010 in der Wiener Stadthalle triumphiert hatte, musste sich Muller nach 1:51 Stunden mit 3:6, 6:3, 6:7(4) geschlagen geben. Für Melzer war es die erste Auftaktniederlage beim Turnier in Wien seit 2004 (damals in der ersten Runde gegen Rainer Schüttler/GER).

"6:7 im dritten Satz verlieren tut immer weh, vor allem zu Hause", erklärte ein gefasster Melzer. Dabei hatte es im dritten Satz schon ganz gut ausgesehen, speziell als Österreichs vierfacher Turniersieger und Sportler des Jahres 2010 bei 4:4 einen Breakball vorfand. "Da hat er beim Breakball mit sehr hohem Risiko einen zweiten Aufschlag genau auf meinen Körper serviert. Im Endeffekt ist es an ein paar Punkten im dritten Satz gescheitert", erinnerte sich Melzer.

Der 31-jährige Niederösterreicher führte die Entscheidung gegen sich nicht zuletzt auch auf eine sehr gute Leistung seines Gegenübers zurück. "Er hat im Tiebreak sehr gut retourniert und ich habe den einen oder anderen ersten Aufschlag nicht im Feld gehabt, das entscheidet dann so eine Partie." Das durchwachsene Jahr setzte sich nun also auch in Wien fort, für Melzer aber kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. "Ich glaube einfach, dass man so eine Partie wie heute genauso gut gewinnen kann - und das passiert im Moment nicht. Das ist der Sport. Man muss weiter daran glauben und daran arbeiten", sagte Melzer.

Favorit Del Potro müht sich ins Viertelfinale
Vorjahresfinalist Juan Martin del Potro mühte sich dann in einer wahren Marathon-Partie mit einem 6:7(5), 7:6(4), 7:6(6) gegen den deutschen Qualifikanten Daniel Brands ins Viertelfinale. Es war Del Potros erstes Match seit dem Davis-Cup-Halbfinale gegen Tschechien vor rund einem Monat, als er wegen einer Handverletzung zum Sonntag-Einzel nicht mehr angetreten war.

Bei 4:4 im zweiten Satz und 0:40 bei eigenem Aufschlag stand Del Potro schon vor dem Aus. "Heute hat der Glücklichere gewonnen. Ich habe ein gutes Match gespielt, dafür, dass ich ein Monat kein Turnier bestritten habe", konstatierte Del Potro. "Er hat wirklich gut serviert und ich auch", sagte der Südamerikaner, der 30 Asse schlug. Brands schaffte zwar gar 32 Asse, am Ende aber im gesamten Match zwei Punkte weniger.

Sollte Thiem seine Achtelfinalpartie gegen Matosevic gewinnen, könnte der Österreicher im Viertelfinale auf Del Potro treffen. "Ich habe Dominic gesehen, er hat eine große Zukunft vor sich. Aber er hat ein hartes Match gegen Matosevic vor sich", meinte Del Potro.

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