So, 24. Juni 2018

Noch nicht zufrieden

17.10.2012 14:54

Teamchef Koller: "Ich werde immer wieder sticheln"

Teamchef Marcel Koller hat am Tag nach dem 4:0-Heimsieg über Kasachstan eine realistische Einschätzung des ersten Sieges im dritten Spiel der WM-Qualifikation eingefordert. Der Erfolg über die Nummer 147 der Weltrangliste sei zwar ein wichtiger Schritt gewesen, allerdings stehe der ÖFB-Auswahl noch viel Arbeit bevor. Deshalb werde er "immer wieder sticheln", um das Letzte aus seinen Schützlingen herauszukitzeln.

"Der Mensch ist genügsam. Und wenn man sich zu sicher ist, lässt man nach", betonte der Nationaltrainer. Vor allem Marko Arnautovic sei ein Spieler, der sein Potenzial noch lange nicht abgerufen habe.

Arnautovic erst bei 60 Prozent?
Und das, obwohl der Werder-Bremen-Legionär gegen Kasachstan eine starke Leistung bot. "Ausschlaggebend war, dass Marko das gespielt hat, was wir von ihm verlangt haben", erklärte Koller, der den Mittelfeldspieler aber erst bei "60 bis 65 Prozent" seines Leistungsvermögens sieht. "Er kann Spiele entscheiden, wenn er sein Potenzial so wie am Dienstag abruft", so Koller.

Einen Freibrief für die kommenden Partien hat Arnautovic dennoch nicht. "Es gibt keine Garantie, dass er immer spielt. Es ist wichtig, regelmäßig die aktuelle Situation zu analysieren. Entscheidend ist nicht, bei einem Spiel zu zeigen, was man drauf hat, sondern die Konstanz." Diesbezüglich hat Koller mit dem Offensivspieler Geduld: "Er braucht noch Zeit, und die werde ich ihm geben."

"Griffiges" Nationalteam
Alles in allem präsentierten sich die Österreicher im Happel-Stadion laut Koller "griffiger" als in Kasachstan, was möglicherweise auch an den neu in die Mannschaft gekommenen David Alaba, Marc Janko und Florian Klein lag. Mit der Aufstellung von Alaba trotz dessen langer Verletzungspause nahm der Teamchef ein relativ großes Risiko, das sich jedoch bezahlt machte: "Ich wusste aus eigener Erfahrung, dass man im ersten Spiel nach einer Verletzung besonders motiviert ist. Es freut mich, dass es so eingetroffen ist und er sein erstes Länderspieltor gemacht hat. Das ist auch für die Bayern gut, weil sie gesehen haben, dass er das erste Match problemlos überstanden hat."

Dabei waren bei Koller in der Anfangsphase leise Zweifel an Alabas physischer Verfassung aufgekommen. "Er hat schon in der ersten Hälfte durchgeschnauft, da habe ich mir gedacht, hoffentlich reicht es bis zur Pause. Aber man braucht nach einer so langen Pause eben ein bisschen länger, um wieder in die Gänge zu kommen." Der Coach geht davon aus, dass beim Wiener die Nachwirkungen der Verletzung erst in wenigen Wochen zu spüren sein werden. "Drei, vier Spiele nach so einer Pause kommt ein kleines Loch. Doch Jupp Heynckes hat so viel Erfahrung, dass er das auffangen kann."

Alaba bald auch bei Bayern im Mittelfeld?
Obwohl Alaba beim Bayern-Trainer wieder als Linksverteidiger eingeplant ist, sieht der Teamchef den 20-Jährigen in der ÖFB-Auswahl weiterhin am besten im Mittelfeld aufgehoben. "Er kann mit seiner Spielintelligenz und technischen Fertigkeit jede Position spielen. Für uns ist er im Zentrum wichtig, und das möchte ich so beibehalten." Koller geht davon aus, dass Alaba mittelfristig auch in München ins Zentrum rücken könnte. "Aber als junger Spieler muss man sich seine ersten Sporen auf der Außenbahn verdienen."

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