Mi, 19. Dezember 2018

Gurtmuffel in Gefahr

17.10.2012 08:13

Jeder 7. Tote auf Autobahnen war nicht angeschnallt

Jeder siebente Verkehrstote auf Österreichs Autobahnen war nicht angegurtet. Acht der 55 Todesopfer im heurigen Jahr trugen keinen Sicherheitsgurt. "Da nützen Anpralldämpfer und modernste Leitschienen nichts, wenn sich die Leute nicht anschnallen", kritisierte Othmar Thann, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV), und forderte empfindlich höhere Strafen für Gurtmuffel.

Die Anschnallmoral ist in Österreich im Vergleich zu anderen Ländern niedrig. "Wir haben hinten und vorne eine Quote von 88 Prozent. In Deutschland liegt sie bei fast 100", sagte Thann. Würden alle Autofahrer einen Sicherheitsgurt verwenden, gäbe es pro Jahr 80 Verkehrstote in Österreich weniger, ist der KfV-Direktor überzeugt.

Ohne Gurt ist die Wahrscheinlichkeit, bei einem Unfall getötet zu werden, siebenmal höher und damit bei fast 100 Prozent. Mit Gurt gehen dagegen rund 80 Prozent der Unfälle glimpflich aus.

500 Mio. Euro für Sicherheit auf Autobahnen
Autobahnen zählen in Österreich zu den sichersten Straßen. 2011 gab es einen historischen Tiefststand an Verkehrstoten auf Autobahnen und Schnellstraßen: 59 Menschen starben nach Unfällen, was einem Rückgang von 24 Prozent gegenüber 2010 entsprach (2010 waren es noch 78 Tote). "Wir investieren jedes Jahr 500 Millionen Euro in die Verkehrssicherheit", betonten die Asfinag-Vorstände Alois Schedl und Klaus Schierhackl, "wenn sich die Autofahrer aber nicht anschnallen, nützt das bei Unfällen wenig."

Höhere Strafen und Vormerkung gefordert
Der klassische Gurtmuffel ist männlich. Eine Analyse der Unfallzahlen ergab, dass sich Gurtverweigerer quer durch alle Altersklassen finden lassen. "Sie wissen, dass es gefährlich ist, und schnallen sich trotzdem bewusst nicht an", meinte Thann. Diesen unverbesserlichen zwölf Prozent der Autofahrer könne man nur durch Erhöhung der Strafen und eine Vormerkung beikommen.

Im Jahr 2012 zeigt sich bislang bei den Unfällen auf Autobahnen generell ein leicht negativer Trend. Bis Mitte Oktober gab es heuer nämlich bereits 55 Tote (2011 waren es im Vergleichszeitraum 51).

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Im „Zahntempel“
Sri Dalada Maligaw: Wo Elefanten vergöttert werden
Reisen & Urlaub
„Hatte keine Chance“
Brad Pitt: 100 Millionen Dollar für Kinder-Kosten
Video Stars & Society
150.000 LED-Lampen
Dieses Haus bringt Weihnachtsfans zum Strahlen
Niederösterreich
Der krone.at-Talk
Ist das Weihnachtsfest noch zu retten?
Österreich
Schaumgebremst
Rapid: Keine Weihnachten wie immer
Fußball National
System machtlos
Bub (13) bedroht Mitschüler mit Umbringen
Oberösterreich

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.