Mi, 19. Dezember 2018

Fund in Dänemark

16.10.2012 13:47

Heimische Textilien in Bronzezeit-Grab entdeckt

In einem Bronzezeit-Grab in Dänemark haben Forscher in einer Urne die Überreste eines Mannes gefunden, die in ein Tuch eingeschlagen waren, das aus Brennesselfasern gewebt wurde, die aus Österreich stammen. Bisher war man davon ausgegangen, dass das Textil aus lokaler Produktion stammte.

Gefunden wurde die Urne mit den Überresten des offensichtlich wohlhabenden Mannes bereits anno 1861 in Lusehøj, einer der am reichsten ausgestatteten Bronzezeitgrabstätten Dänemarks in Voldtofte. Zunächst wurde angenommen, dass das Stück aus Flachs gewebt wurde, da die Verarbeitung von Pflanzenfasern in der Bronzezeit bisher nur in Verbindung mit lokal kultivierten Pflanzen bekannt war.

Neue Untersuchungen von Wissenschaftlern der Universitäten Bergen und Kopenhagen haben allerdings gezeigt, dass der Stoff aus Brennnessel-Fasern gefertigt wurde. Das in den Pflanzenfasern gemessene Verhältnis der Strontium-Isotope weist auf ein Wachstum der Brennnesseln in der Region Steiermark-Kärnten hin, so die Forscher, die ihre Ergebnisse kürzlich in der Fachzeitschrift "Nature Scientific Reports" veröffentlicht haben.

Brennnesselfasern stammen aus Österreich
Pflanzen nehmen im Laufe ihres Lebens kontinuierlich das in der Erdkruste eingelagerte Element Strontium auf, das in verschiedenen Isotopen vorkommt. Je nach Boden- bzw. Gesteinsuntergrund lagern Pflanzen somit eine unterschiedliche Menge an verschiedenen Strontium-Isotopen ein. Durch die Messung dieser Werte konnte somit auf das österreichische Herkunftsgebiet der Brennnesseln geschlossen werden. Auch die Merkmale der Urne, in der die Kleidungsreste gefunden wurden, bestätigen die österreichische Herkunft.

"Export-Artikel" war offenbar Luxusgut
Aufgrund der beeindruckenden Grabbeigaben und der gefundenen "Export-Artikel" wird angenommen, dass es sich bei dem Verstorbenen um einen skandinavischen Handelsreisenden handelt. Die neuen Erkenntnisse werfen ein neues Licht auf den bronzezeitlichen Handel. "Während der Bronzezeit wurden offensichtlich auch Textilien in viel größerem Rahmen gehandelt als bisher angenommen wurde. Obwohl ähnliche Rohstoffe lokal zur Verfügung standen, wurden Textilien bzw. Textilfasern importiert - möglicherweise, weil sie als Luxusartikel galten", schreiben die Wissenschaftler. Bei wertvollen Metall- bzw. Bronzeobjekten waren solche Handelsströme bereits bekannt.

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Überfall in Ottakring
Elf Jahre Haft für zwei Beteiligte an Postraub
Österreich
Deutsche Bundesliga
Dortmund-Pleite, Hinteregger nach Tor verletzt out
Fußball International
Deutsche Bundesliga
2:0 gegen Nürnberg! Gladbach nicht zu stoppen
Fußball International
Vertrag bis 2019
Ibrahimovic bleibt bei Los Angeles Galaxy
Fußball International
Der krone.at-Talk
Ist das Weihnachtsfest noch zu retten?
Österreich

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.