Di, 23. Oktober 2018

Drei Tage für 20 km

15.10.2012 08:06

Spaceshuttle "Endeavour" ist endlich am Ziel

Die letzte Reise des Spaceshuttle "Endeavour" war seine Langsamste: Vor Wochen hatte die US-Raumfähre ihr letzte Reise angetreten, am Samstagabend sollte sie den knapp 20 Kilometer langen Weg vom Flughafen in Los Angeles zum endgültigen Ausstellungsort, dem California Science Center, dann endlich zurückgelegt haben. Doch der Weltraumriese brauchte für seine Fahrt durch die Straßen von L.A. zu seinem Museumsalterssitz 16 Stunden länger als geplant.

Ende September hatte sich die "Endeavour" auf dem Rücken einer umgebauten Boeing 747 vom Weltraumbahnhof in Cape Canaveral in Florida auf den Weg nach Kalifornien gemacht. Es war ihre letzte Flugreise. Nun rollte sie mit einer Geschwindigkeit von rund 1,6 Kilometern pro Stunde an Bord eines Speziallasters durch Los Angeles. Die allerletzte Reise.

Schaulustige säumten die Straßen, um das komplizierte Manöver des 78-Tonnen-Kolosses zu verfolgen. An manchen Stellen mussten Stromleitungen mit riesigen Kränen angehoben werden, um die "Endeavour" darunter passieren zu lassen. Bei einer Spannweite von 26 Metern und einem rund 20 Meter hohen Heck war es teilweise Millimeterarbeit, um sie an Hauswänden, Ampeln, Straßenlaternen und Bäumen vorbeizulenken. 400 Bäume hatten sogar gefällt werden müssen, dafür sollen aber viermal so viele Bäume neu gepflanzt werden.

Eine Million jubelte bei der "Mutter aller Paraden"
Am Sonntagnachmittag Ortszeit rollte die ausgemusterte Raumfähre schließlich im Schneckentempo vor dem California Science Center vor (siehe Video). "Mission 26 - Mission erfüllt", erklärte Antonio Villaraigosa, Bürgermeister der südkalifornischen Metropole. Er bezeichnete die Fahrt des Spaceshuttle, das insgesamt mehr als eine Million Einwohner der Stadt bejubelten, als "Mutter aller Paraden".

Seit ihrem ersten Start am 7. Mai 1992 hatte die "Endeavour" insgesamt 25 Weltraumreisen von zusammen 299 Tagen und mehr als 185 Millionen Kilometer unternommen. Genau wie die anderen verbliebenen Fähren der NASA-Flotte wurde sie nach dem Ende des Shuttle-Programms nach drei Jahrzehnten im vergangenen Jahr in den Ruhestand versetzt und zum Ausstellungsstück erklärt. Die "Atlantis" ist Ausstellungsstück auf dem Weltraumbahnhof in Florida, die "Discovery" im Museum in Virginia und die nie ins All geflogene Test-Raumfähre "Enterprise" in New York.

Die US-Weltraumbehörde NASA hat das Shuttle-Programm aus Kostengründen eingestellt. In den kommenden Jahren werden die USA keine eigene Möglichkeit mehr haben, Menschen ins All zu befördern. US-Astronauten müssen vorerst mit russischen Sojus-Kapseln zur ISS fliegen. Die neue US-Kapsel soll frühestens 2015 einsatzbereit sein.

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.