So, 23. September 2018

Dank ALMA-Teleskop

11.10.2012 10:00

Spiralstruktur um Roten Riesenstern entdeckt

Eine überraschende Entdeckung hat ein internationales Forscherteam, darunter Astronomen der Universität Wien, mithilfe des Super-Teleskops ALMA (Bild 2) gemacht: Mit dem weltweit leistungsfähigsten Radioteleskopsystem entdeckten sie eine gigantische Gasspirale um den sterbenden Stern "R Sculptoris". Ein bislang unerkannter Begleitstern verwirbelt die vom Roten Riesen ausströmende Materie.

Franz Kerschbaum und Claudia Paladini vom Institut für Astrophysik untersuchten den Roten Riesen schon längere Zeit mit dem Weltraumteleskop "Herschel" und dem Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte ESO. Sie haben so mit ihren Vorbeobachtungen zur Studie, die in der aktuellen Ausgabe des Fachjournals "Nature" veröffentlicht wurde, beigetragen.

Nun haben sie gemeinsam mit ESO-Kollegen den sterbenden Stern mit dem neuen Radiointerferometer Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (kurz: ALMA), das derzeit in 5.000 Metern Seehöhe in der chilenischen Atacama-Wüste aufgebaut wird, unter die Lupe genommen. Die Zusammenschaltung der Hälfte der insgesamt 66 für ALMA geplanten Einzelantennen ermöglichte konkurrenzlose Schärfe und Empfindlichkeit und hat nun zu dieser überraschenden Entdeckung geführt.

Unbekannter Begleiter "rührt" um
Wurde bisher angenommen, dass der Riesenstern seine Materie gleichmäßig in alle Richtungen abgibt, so zeigen die detaillierten Bilder von ALMA erstmals eine spiralförmige Anordnung der ausströmenden Materie. Verursacht wird diese offensichtlich von einem Begleitstern, von dem man bisher nur die Umlaufperiode und die niedrige Masse (rund 0,2 Sonnenmassen) kennt. "Ähnlich dem Umrühren in einer Suppe führt ein vorher unerkannter Begleitstern zu dieser starken Verwirbelung", erklärt Kerschbaum.

Aus der Verteilung des nun beobachteten Kohlenmonoxidgases lässt sich erstmals die genaue Entwicklung des Massenverlustes des sterbenden Sterns über Jahrzehntausende hinweg rekonstruieren. "Diese Beobachtungen sind bedeutsam, da auch unsere Sonne dereinst - in etwa fünf Milliarden Jahren - in vergleichbare Entwicklungsphasen kommen wird", so der Astrophysiker. Außerdem wird das gesamte Universum in seiner Zusammensetzung maßgeblich von Massenverlustprozessen vergleichbarer Sterne chemisch verändert.

ALMA wird 2013 offiziell eingeweiht
An dem rund eine Million teuren, internationalen ALMA-Projekt sind Partner aus Nordamerika, Ostasien und Europa beteiligt - Letzteres vertreten durch die ESO, bei der Österreich seit 2009 Mitglied ist. Das ALMA-Observatorium wird am 13. März 2013 offiziell eingeweiht.

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