Mi, 19. September 2018

Milliarden für Löhne

09.10.2012 13:28

Kosovo: Serben zahlen für inaktive Institutionen

Gut zwölf Jahre nach dem Verlust des Kosovo gibt Serbien weiterhin bedeutende Summen aus dem Budget für staatliche Einrichtungen in seiner ehemaligen Provinz aus, die sich 1999 von Belgrad lossagte. Viele der serbischen Institutionen wurden nicht aufgelöst, sodass ehemalige Angestellte weiterhin regelmäßig ihre Gehälter erhalten, ohne damit zusammenhängende Tätigkeiten durchzuführen.

Laut dem Belgrader Fernsehsender B-92 wurde ein Großteil der Budgetmittel für den Kosovo in der Höhe von 2,8 Milliarden Euro, die in den vergangenen zwölf Jahren in die ehemalge Provinz geflossen waren, für Löhne im Gesundheits- und Bildungswesen ausgegeben. Der ehemalige serbische Kosovo-Unterhändler Borislav Stefanovic bestätigte am Dienstag die Angaben des Senders.

Mehr als 1.000 Ex-Angestellte erhalten nach wie vor Gehalt
Mit dem Lohn aus der Staatskasse können laut dem Bericht etwa mehr als 640 einstige Beschäftigte eines Spitals in Prishtina, weitere 460 Mitarbeiter in Prizren sowie 28 Angestellte eines Spezialkrankenhauses in Peje rechnen. Die Institutionen werden jedoch längst von kosovarischen Behörden geführt. Serben, die früher dort gearbeitet haben, befinden sich seit 1999 meist anderswo.

Parteikader mit Chefposten in fiktiven Insitutionen
Aus dem Budget werden außerdem 33 serbische öffentliche Einrichtungen im Kosovo, wie etwa ein Wärmekraftwerk, finanziert. Auf der Lohnliste befinden sich auch Mitglieder von Aufsichtsgremien der Institutionen, die zwar keine Aufgaben zu verrichten haben, dafür aber regelmäßig mit einem Entgelt aus der Staatskasse rechnen können. Mitglieder der regierenden Parteien in Serbien wurden in den vergangenen zwölf Jahren nebenbei mit lukrativen Chefposten in den inaktiven Institutionen versorgt.

Belgrad lehnt Unabhängigkeit weiterhin ab
Serbien lehnt, wie zahlreiche andere Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen auch, die im Februar 2008 ausgerufene Unabhängigkeit des Kosovo nach wie vor ab. Völkerrechtlich ist das Gebiet weiterhin ein Teil Serbiens.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.