So, 16. Dezember 2018

Fehlende Ausbildung

05.10.2012 16:16

Cessna-Absturz in Tirol: Pilot konnte nur auf Sicht fliegen

Nach dem Absturz einer zweimotorigen Cessna mit sechs Todesopfern oberhalb von Ellbögen in Tirol am Sonntag hat die Untersuchung des Unfallhergangs ein erstes Ergebnis gebracht: Der Pilot war nicht im Besitz einer entsprechenden Instrumentenflugbescheinigung. "Er konnte daher nur im Sichtflug fliegen, so war der Flug auch angelegt", sagte Peter Urbanek, Leiter der Unfalluntersuchungsstelle des Bundes, am Freitag.

Es gebe an Bord einer solchen Maschine Instrumente, mit denen man "blindfliegen" könne, erklärte Urbanek. "Dazu braucht man aber eine gesonderte Ausbildung sowie eine Prüfung. Das hatte der Pilot jedoch nicht", erklärte der Leiter der Unfalluntersuchungsstelle. Dies lasse aber nicht den Schluss zu, dass er gar nicht fliegen hätte dürfen, betonte er. Ansonsten gebe es hinsichtlich der angekündigten Beleuchtung des "Fluglebenslaufes" des Piloten keine Neuigkeit, meinte Urbanek.

Laut dem Experten verlaufe die Untersuchung des Unfallherganges "auf drei Schienen": die technische Untersuchung, die Überprüfung der betrieblichen Daten und die Beleuchtung des "Fluglebenslaufes" des Piloten. Es wäre aber "unseriös", einen Zeithorizont zu nennen, wann die gesamte Untersuchung abgeschlossen sein werde, erklärte Urbanek.

Pilot und fünf Insassen bei Absturz getötet
Das Flugzeugunglück hatte sich am Sonntag kurz vor 7.30 Uhr ereignet. An Bord der zweimotorigen Cessna mit der Kennung "N738W" befanden sich der Pilot aus dem Bezirk Zell am See und sieben Fluggäste aus dem Zillertal. Für den Piloten und fünf Passagiere kam jede Hilfe zu spät.

Ein Insasse überlebte mit leichten Verletzungen, ein weiterer wurde mit schweren Verletzungen in die Innsbrucker Klinik eingeliefert. Die Verunglückten wurden in den vergangen Tagen in ihren Heimatgemeinden im Zillertal unter großer Anteilnahme beigesetzt.

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