Mo, 23. Juli 2018

Sensation in Ephesos

01.10.2012 13:52

Kärntner Forscherin findet einzigartige Luxusvilla

Wissenschafterin des Jahres 2011 (Bericht in der Infobox), Leiterin des Österreichischen Archäologischen Instituts, Berufungen in die USA: Die 43-jährige Kärntnerin Sabine Ladstätter ist ein Star ihres Metiers. Jetzt konnte sie im türkischen Ephesos wieder einen aufsehenerregenden Fund machen: eine spätantike Luxusvilla.

"Im Zentrum der antiken Stadt Ephesos, nahe dem Hafen, erbaute man im 5. Jahrhundert nach Christus etliche prächtig ausgestattete Häuser, die zweifelsohne Residenzen waren", berichtet Ladstätter der "Krone". Mithilfe modernster Radartechnik der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik konnten die Archäologin und ihr Team jetzt eine einzigartige Villa orten und freilegen.

Prächtige Mosaikböden und Wandmalereien
"Südlich eines Hofes lagen Repräsentationsräume, darunter ein 80 Quadratmeter großer Speisesaal. Die Wände waren mit Steinplatten und Wandmalereien verkleidet. Der Empfangsbereich des Hausherrn zeigt prächtige Mosaikböden" (Bilder drei bis fünf), weiß Ladstätter. Daneben konnten auch Lagerräume ausgegraben werden, die reiches Fundmaterial enthielten – darunter viele Amphoren, Schmuck und Hausrat, aber auch mehr als 700 wertvolle Münzen.

Die Villa beeindruckte Besucher auch im Obergeschoß. Sabine Ladstätter: "Es war über eine Treppe im Hof zu erreichen. Davon blieben uns marmorne Böden, Wandmalereien und Säulen erhalten." Zerstört wurde die Residenz im späten siebenten Jahrhundert, als ein mächtiger Brand dem Leben im Haus ein Ende setzte.

Einst eine der bedeutendsten Städte Kleinasiens
Ephesos war im Altertum eine der ältesten, größten und bedeutendsten griechischen Städte Kleinasiens. Archäologen schätzen die Einwohnerzahl in der Blütezeit (im zweiten Jahrhundert nach Christus) auf bis zu 200.000. Die Stadt, die in der Antike direkt am Meer lag, beherbergte mit dem Tempel der Artemis auch eines der Sieben Weltwunder.

Ephesos war die Hauptstadt von Asia, der reichsten Provinz des Römischen Reiches und die große Drehscheibe des östlichen Mittelmeerraums. Weil sich die Küstenlinie durch Sedimentation sowie klimatische und seismische Veränderungen im Laufe der Zeit nach Westen verschoben hat, befinden sich die Reste der Stadt heute mehrere Kilometer landeinwärts.

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