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Der VW-Porsche-Deal – plus: Die 12 Konzernmarken

Wirtschaft
06.07.2012 12:02
Vollzug nach monatelanger Blockade: Volkswagen holt bereits zum 1. August das Porsche-Sportwagengeschäft komplett unter sein Dach - und das ohne Steuerlast. Pikant: Vor vier Jahren ist Porsche knapp an dem Versuch gescheitert, VW zu übernehmen.

Die Wolfsburger zahlen für die noch fehlenden 50,1 Prozent der Porsche AG rund 4,46 Milliarden Euro an die Dachgesellschaft Porsche SE (PSE). Außerdem übertragen sie parallel eine VW-Stammaktie - dadurch handelt es sich rein steuerrechtlich nicht um einen Verkauf, sondern um einen internen Umbau. 

Die Umsetzung der Transaktion ist für den 1. August dieses Jahres geplant. Die Gremien beider Seiten hätten dem Vorhaben "nach dem Vorliegen aller erforderlichen verbindlichen Auskünfte der Finanzbehörden" am Mittwoch zugestimmt, heißt es in einer Aussendung. Damit machten die beiden seit Langem bereits eng verbandelten Partner den Deal öffentlich.

Etwa zwei der 4,46 Milliarden Euro will die Porsche-Dachgesellschaft nutzen, um ihre Schulden abzutragen. Die PSE hatte vor rund vier Jahren vergeblich versucht, nach der Macht bei den Wolfsburgern zu greifen. Am Ende hatte sie 11,4 Milliarden Euro Schulden und VW wurde zur letzten Rettung.

Erste Nothilfe 2009
Als erste Nothilfe einigten sich die einstigen Kontrahenten Ende 2009 darauf, dass knapp die Hälfte der Porsche AG für damals rund 3,9 Milliarden Euro an die Wolfsburger ging. Der nun übertragene zweite Teil ist teurer, weil zwischenzeitlich der Wert des hochprofitablen Porsche-Sportwagengeschäftes stieg und die Partner mehr Einsparungen umsetzen konnten als zunächst gedacht.

Nach dem Abbau des Schuldenbergs soll die PSE den überwiegenden Teil der noch verbleibenden Summe für "strategische Beteiligungen" in der Autowelt benutzen. Den Weg frei gemacht dafür hatte die PSE vor wenigen Tagen bei ihrer Hauptversammlung. Die Schwaben halten nach der gescheiterten Übernahme die hauchdünne Mehrheit an VW. Ihre Mehrheitseigner - die Familie Porsche und Piëch - haben im Hause VW großen Einfluss, Ferdinand Piëch gilt als VW-Machtzentrum.

Ungewöhnliche Umstrukturierung, aber legal
Kern des Deals ist, dass VW den grundsätzlich steuerpflichtigen Kauf der noch ausstehenden zweiten Hälfte der Porsche AG als eine - ausdrücklich legale - Umstrukturierung ausweist. Die ist steuerfrei. Das Delikate an der Sache: Normalerweise fließt bei einem Geschäft dieser Art kein Geld. Für gewöhnlich ist es ein Anteilstausch. Für die noch ausstehende Hälfte der Porsche AG hätten also eigentlich VW-Aktien zum Gegenwert fließen sollen. Nun aber wandert eben nur eine Aktie plus die Milliardensumme in den Süden. Diese Gestaltungsmöglichkeit ist das Extrem, aber erlaubt.

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