Heftige Schelte
FDP-Urgestein tobt über “EU der Gartenzwerge”
"Die Staaten der EU wollen Weltpolitik machen, kriegen aber nichts hin", lästerte der deutsche Ex-Wirtschaftsminister Brüderle, der eigentlich als Europa-Freund gilt. Deswegen müsse nun vom EU-Gipfel, der am Donnerstag beginnt, "ein Signal der Handlungsfähigkeit" ausgehen.
Wen genau er mit dem Gartenzwerg-Vergleich meint, wollte Brüderle nicht ausführen. Bundeskanzlerin Angela Merkel, die mit Unterstützung der FDP regiert, jedenfalls nicht. "Ich habe das nicht auf die Person bezogen", sagte der 67-Jährige auf Journalistennachfrage.
Warnung vor zu großen Zugeständnissen an die EU-Partner
Brüderle warnte seine Landsleute außerdem vor zu großen Zugeständnissen an die EU-Partner. "Ich bin nicht bereit, die Rente mit 60 in Frankreich mit deutschem Steuergeld zu finanzieren", sagte der Liberale. In Sachen Euro-Bonds vertritt er die gleiche ablehnende Haltung wie seine Kanzlerin.
Außerdem schenkte Brüderle noch seinen Parlamentskollegen kräftig ein. Diese hatten kürzlich vor dem Verfassungsgericht die Beteiligung des Bundestages bei Entscheidungen zur Schuldenkrise erstritten. Da in den kommenden Wochen eine Menge derartiger Abstimmungen zu erwarten seien, legte er den Mandataren ans Herz, ihr Urlaubsziel in unmittelbarer Nähe ihres Heimatlandes zu suchen. Man könne schließlich nicht eine Parlamentsbeteiligung fordern "und dann in Thailand nicht erreichbar sein".
Brüderle selbst gehe übrigens mit gutem Beispiel voran. Er werde seinen Urlaub am Bodensee verbringen. "Wenn es sein muss, kann ich binnen zwei Stunden in Berlin sein", so die optimistische Einschätzung des FDP-Urgesteins.







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