07.07.2005 10:35 |

Zusammenhang

Halsweh fördert Tourette-Syndrom!

Es gibt immer mehr Hinweise darauf, dass eine in der Kindheit häufig auftretende Halsinfektion das Risiko neurologischer Erkrankungen wie des Tourette-Syndroms erhöht. Wissenschafter des Center for Health Studies haben nachgewiesen, dass Kinder mit derartigen Erkrankungen doppelt so wahrscheinlich unter einer Streptokokkeninfektion erkrankt waren wie ihre gesunden Altersgenossen.

Die Reaktion des Körpers auf die Infektion könnte ein möglicher Auslöser für neurologische Erkrankungen sein, berichten die Forscher im Fachmagazin Pediatrics.  

Es ist derzeit nicht bekannt, warum der Großteil der Millionen Kinder, die jährlich unter bakteriellen Halsinfektionen erkranken, nicht auch an neurologischen Erkrankungen leiden. Die Wissenschafter untersuchten den Zusammenhang zwischen Streptokokkeninfektionen und dem Auftreten neurologischer Störungen bei 200 Kindern im Alter von vier bis 13 Jahren, bei denen zwischen 1992 und 1999 eine entsprechende Störung diagnostiziert wurde. Zur Kontrolle wurde eine Gruppe gleichaltriger Kinder herangezogen. Kinder mit Tourette-Syndrom oder ähnlichen Erkrankungen litten doppelt so wahrscheinlich in den drei Monaten vor dem Auftreten der Symptome an zumindest einer Streptokokkeninfektion. Das Auftreten der Erkrankungen war bei Patienten, die zwei oder mehr Streptokokkeninfektionen im Jahr zuvor erlitten hatten, mehr als drei Mal so häufig.  

Der leitende Wissenschafter Robert Davis erklärte, dass wahrscheinlich eine ganze Reihe von Ursachen für diese Erkrankungen verantwortlich sind, die sich häufig in der Kindheit oder der Pubertät das erste Mal zeigen. Weitere Untersuchungen seien erforderlich, bevor an Eltern und Mediziner sinnvolle Ratschläge gegeben werden könnten. "Wir wissen derzeit nicht, ob die Behandlung mit herkömmlichen Antibiotika hilft, diese neurologischen Störungen zu verhindern oder die Schwere der Erkrankung verringern oder die Dauer der Erkrankung erkürzen kann." Die Gene eines Menschen dürften zusätzlich eine entscheidende Rolle spielen. Eine Infektion könnte dabei zum Auslöser werden. 

Symptome des Tourette-Syndroms
Die verschiedenartigen Tics, die für das Tourette-Syndrom typisch sind, treten laut dem Online-Lexikon Wikipedia.de häufig im Alter von ca. sieben Jahren das erste Mal auf und prägen sich meist ungefähr bis zum 14. Lebensjahr voll aus. Eine Verstärkung ist oft in der Pubertät festzustellen, während bei 70% aller Betroffenen die Intensität der Tics zwischen dem 16. und 26. Lebensjahr wieder nachlassen. Bei einigen Patienten verschwinden die Auffälligkeiten im Laufe der Jahre sogar wieder vollständig, die Mehrheit muss aber lebenslang versuchen, mit den Tics zurechtzukommen. 

Einfache motorische Tics können sich als Augenblinzeln, Naserümpfen oder Kopfwerfen manifestieren. Beispiele für einfache vokale Tics sind das Ausstoßen von bedeutungslosen Lauten, Husten oder das Nachahmen von Tiergeräuschen. 

Unter die Kategorie der komplexen Tics fallen im motorischen Bereich das Grimassieren, das Imitieren anderer Leute (Echopraxie) oder auch selbstverletzende Handlungen. Komplexe vokale Tics sind das Wiederholen von Wörtern (Echolalie bzw. Palilalie) oder das als Koprolalie bekannte Herausschleudern obszöner und aggressiver Wörter.

Einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurde das Tourette-Syndrom durch einen Sketch des Kabarettisten Christoph Grissemann, der in einem Hotel anrief und einen Tourette-Kranken gab, der mit Schimpfwörtern um sich wirft.

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