Im Rahmen seiner Mission soll "Euclid" mit einem 1,2-Meter-Teleskop und zwei Instrumenten - einer optischen Bildkamera sowie einem Spektrographen und Photometer für den nahen Infrarotbereich - das Universum mit bisher unerreichter Präzision durchmustern.
Universum soll in 3D kartiert werden
Die Beobachtungen sollen rund die Hälfte des Himmels abdecken und bis zu zehn Milliarden Lichtjahre tief in die Weiten des Weltalls vordringen. Ziel der Mission ist es, eine dreidimensionale Karte des Universums zu erstellen. Anhand seiner Struktur und der Verteilung der Galaxien können Wissenschaftler Rückschlüsse auf die Entwicklungsgeschichte des Weltalls sowie das Wirken von Dunkler Energie und Dunkler Materie ziehen.
Rund 30 Tage nach dem Start soll "Euclid" seinen Beobachtungsposten am sogenannten 2. Lagrange-Punkt erreichen, der sich in rund 1,5 Millionen Kilometern Entfernung von unserer Erde befindet. Dort sind die Anziehungskraft von Sonne und Erde gleich stark, was eine stabile Positionierung des Weltraumteleskops ermöglicht. Etwa sechs Jahre lang wird "Euclid" dort seinen Dienst versehen und seine Daten zu zwei Bodenstationen - jeweils einer auf der Nord- und einer auf der Südhalbkugel - senden.
Nur fünf Prozent der Masse des Universums bekannt
Bislang sind nur rund fünf Prozent der Masse des Universums bekannt. Der Rest – so die Theorie - besteht aus Dunkler Materie und Dunkler Energie. Beide sind noch gänzlich unerforscht, doch ohne ihre Existenz ließe sich die Struktur des Universums nicht erklären. Dunkle Materie ist unsichtbar und nur durch die Wirkung ihrer Schwerkraft zu erkennen.
Diese Schwerkraft ist sozusagen der Leim, der das Weltall zusammenhält. Wissenschaftler vermuten, dass sie aus einer unbekannten Art von Elementarteilchen besteht. Die Dunkle Energie ist ein noch größeres Mysterium. Sie bewirkt, dass sich das Universum mit zunehmender Beschleunigung ausdehnt.
Die Mission Euclid, die nach dem antiken griechischen Mathematiker Euklid von Alexandria benannt wurde, ist Teil eines ESA-Programms namens "Cosmic Vision 2015-2025". Gebaut wird das Teleskop von Partnern aus der Industrie. Ein Konsortium von Wissenschaftsinstituten aus ganz Europa sowie Labors in den USA stellt die Instrumente und die Software für die Raumsonde bereit und übernimmt die wissenschaftliche Leitung der Mission.
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