Risikoeinschätzung

Wiener Studie: Mut ist bei Zebrafischen ansteckend

Wissen
19.06.2012 12:03
Durch Erfahrung wird man bekanntlich klüger - für einen Fisch, der gefressen wurde, kann das naturgemäß nicht zutreffen. Es lohnt sich für Tiere daher, von Artgenossen Risiken einschätzen zu lernen: So ersparen sie sich, selbst welche einzugehen. Wiener Forscher haben jetzt herausgefunden, dass scheue Zebrafische kühner werden, wenn sie Kontakt mit mutigeren Fischen haben.

Die Forscher Sarah Zala und Dustin Penn vom Konrad-Lorenz-Institut für Vergleichende Verhaltensforschung der Veterinärmedizinischen Universität Wien beobachteten, ob sich die Fische nahe an ein bewegtes Objekt heranwagten oder lieber in einer Ecke des Aquariums versteckten. Zahme Zebrafische waren dabei mutiger als "wilde". Wurden die wilden Zebrafische aber gemeinsam mit den zahmen gehalten, waren sie bald tollkühner und schwammen näher an das Objekt heran. Umgekehrt wurden die zahmen Fische durch den Kontakt mit den scheuen Artgenossen nicht vorsichtiger.

Entscheidende Zentimeter
Es sehe zwar nicht sehr spektakulär aus, wenn ein Zebrafisch ein wenig näher an ein ihm unbekanntes Objekt im Aquarium heranschwimmt. Aber ein paar Zentimeter sind bereits eine Fischlänge - und diese könnte in der Natur darüber entscheiden, ob er einem Fressfeind zum Opfer fällt oder nicht, so Zala in einer Aussendung: "In der Welt der Zebrafische gehen die Tiere damit ein hohes Risiko ein."

Die Wissenschaftler untersuchten außerdem, ob die Fische im Trend schwimmen und ihr Verhalten an das einer größeren Gruppe anpassen. Darauf hätten sie aber keine Hinweise gefunden, schreiben die Forscher in ihrer Studie, die in der Fachzeitschrift "Animal Behaviour" veröffentlicht wurde.

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