Selbst bei der EM

Ständige Vergleiche mit Messi nerven glücklosen Ronaldo

Sport
14.06.2012 11:02
Der Schatten von Lionel Messi hat Cristiano Ronaldo bis in die Ukraine verfolgt. Der Real-Madrid-Star gewann zwar bei der EM mit Portugal am Mittwoch mit 3:2 gegen Dänemark, lieferte aber wie schon gegen Deutschland eine enttäuschende Darbietung ab. Der 27-Jährige ließ zwei Sitzer stümperhaft aus, musste sich danach höhnische "Messi, Messi"-Sprechchöre vom Publikum in Lwiw gefallen lassen. Und reagierte auf die ständigen Vergleiche mit dem Barca-Superstar genervt.

Fast schon angewidert stellte sich Ronaldo nach dem Schlusspfiff den Journalisten. "Wissen Sie, was Messi vor genau einem Jahr gemacht hat? Er war bei der Copa America und ist im Viertelfinale ausgeschieden", schimpfte der Offensivspieler in die Mikrofone.

Messi gewann für Argentinien bisher den U20-WM-Titel und Olympia-Gold, aber noch keinen Titel mit der A-Auswahl. Dennoch führte er Argentinien am Wochenende mit einem Hattrick zu einem 4:3 über den (nicht in Bestbesetzung angetretenen) Erzrivalen Brasilien. Wenige Tage zuvor hatte er beim 4:0 in der WM-Qualifikation gegen Ecuador einen Treffer erzielt und drei vorbereitet, außerdem gelang ihm im Februar gegen die Schweiz ein Dreierpack.

"Auch ich darf Chancen vergeben"
Ronaldo, mit dem Nationalteam ebenfalls noch ohne großen Erfolg, blieb in allen fünf Auftritten von Portugal in diesem Jahr ohne Torerfolg. "Jeder hat das Recht, Chancen zu vergeben, auch ich", rechtfertigte sich der Offensivspieler. "Natürlich hätte ich gerne getroffen. Aber wenn ich das ganze Turnier kein einziges Tor mache und wir Europameister werden, unterschreibe ich es sofort."

Wird Messi wieder Fußballer des Jahres?
Einen EM-Titel wird Ronaldo möglicherweise brauchen, um im Rennen um die Auszeichnung zum Fußballer des Jahres die Nase vor Messi zu haben. 2008 holte sich der Portugiese die Trophäe, seither triumphierte immer der Argentinier. Und auch diesmal dürfte der Ausnahmekicker des FC Barcelona die besseren Karten haben, schließlich brach er mit 50 Liga-Toren und 73 Pflichtspiel-Treffern auf Klubebene in dieser Saison alle Rekorde - Ronaldo könnte trotz des Meistertitels mit Real Madrid und seiner bewerbsübergreifend 60 Tore das Nachsehen haben.

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