Mi, 18. Juli 2018

Tsunami-Simulator

30.06.2005 19:15

Katastrophenwellen im Tsunami-Simulator

Wissenschaftler im Erdbeben geplagten Japan arbeiten jetzt am besseren Schutz vor Monsterwellen – im Tsunami-Simulator. Mit diesen Erkenntnissen wollen sie wirksame Wellenbrecher konstruieren. Unterdessen wurde berichtet, dass ein Tsunami-Warnsystem im Mittelmeer frühestens in drei Jahren fertig gestellt werden kann.

In dem 184 Meter langen und 3,5 Meter breiten Tsunami-Simulator in Yokosuka haben japanische Wissenschaftler eine 2,5 Meter hohe Monsterwelle, den bisher größten Tsunami, erzeugt und ihn auf ein von Puppen „bewohntes“ und möbliertes Modellhaus losgelassen. Die Katastrophenschäden werden genau gemessen und ausgewertet, damit wollen die Forscher Erfahrungen für die Konstruktion von wirksamen Wellenbrechern sammeln.

UN-Behörde verkürzt Warnzeit
Als Konsequenz aus der Tsunami-Katastrophe in Asien soll die Vorwarnzeit vor Flutwellen für betroffene Staaten rund um den Globus drastisch verkürzt werden. Dies sieht ein Plan der Wiener UN-Behörde zur Überwachung des Internationalen Atomteststopp-Abkommens (CTBTO) vor, die mittlerweile in ein weltweites Tsunami-Warnsystem eingebunden ist.

Von der Meldung eines schweren Erdbebens durch die seismischen Stationen der Behörde bis zur Weiterleitung an die entsprechenden nationalen Messzentren würden künftig nur noch 15 Minuten benötigt, sagte der scheidende CTBTO-Chef Wolfgang Hoffmann. Die ersten Meldungen von dem schweren Seebeben im Indischen Ozean am 26. Dezember 2004 waren damals erst nach rund zwei Stunden von Wien aus weitergeleitet worden.

Bisher gibt es im Indischen Ozean noch kein Frühwarnsystem. Allerdings haben Indonesien und Deutschland bereits im Frühjahr die Lieferung eines vom Geoforschungszentrum Potsdam entwickelten Warnsystems vereinbart. Voraussichtlich ab Oktober sollen die ersten Bojen vor der indonesischen Küste ausgesetzt werden.

Warnsystem in drei Jahren im Mittelmeer
Ein Tsunami-Vorwarnsystem für das Mittelmeer kann frühestens in drei Jahren fertig gestellt werden. Die ersten Vorbereitungen hätten begonnen. Das Flutwellen-Frühwarnsystem soll unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen installiert werden, berichtete der griechische Rundfunk weiter.

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