30.05.2012 16:47 |

8 Prozent rückfällig

600 Sextäter binnen sechs Jahren vorzeitig enthaftet

Sie haben Frauen überfallen, Teenager missbraucht oder mit Kinderpornos gedealt – und trotzdem mussten diese Kriminellen nicht die gesamte Haftstrafe absitzen: Von 2007 bis 2012 entließ Österreichs Justiz 600 Sextäter vorzeitig aus dem Gefängnis. BZÖ-Chef Josef Bucher kritisiert diese Milde: "Das muss sofort verboten werden."
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Jahr für Jahr entlässt die Justiz bis zu 135 rechtskräftig verurteilte Sexualverbrecher bereits Monate vor dem eigentlichen Haftende aus den Gefängnissen. So durften allein in den ersten drei Monaten dieses Jahres 22 Sextäter früher als geplant die Zellen verlassen, bestätigt ÖVP-Justizministerin Beatrix Karl in der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage des BZÖ.

"Hier darf es doch keine Milde geben: Die Opfer leiden ein Leben lang, aber die Täter müssen nicht einmal das gesamte Strafmaß absitzen", protestiert Bucher. Und er argumentiert auch mit der Statistik: "Bei einer Rückfallquote von 7,9 Prozent sind mindestens 47 dieser vorzeitig entlassenen Sexualverbrecher erneut straffällig geworden."

Justizministerium: Enthaftungen "absolut notwendig"
Im Justizministerium hält man die vorzeitigen Enthaftungen aber für "absolut notwendig". Eine Sprecherin von Ministerin Karl meint: "Unser Justizsystem steht unter dem Motto der Resozialisierung. Die Haftentlassungen werden nur unter ganz genauen Bedingungen gewährt. Noch dazu entscheidet bei jedem Fall ein unabhängiges Gericht." Eine Änderung der gängigen Praxis werde daher abgelehnt.

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