Do, 19. Juli 2018

Neue Theorie

30.05.2012 12:14

Studie: Methan auf dem Mars stammt von Meteoriten

Das Methan auf dem Mars stammt einer neuen Studie zufolge zu einem großen Teil von Meteoriten - und demnach eher nicht von Lebewesen. Für viele Experten galten die vor neun Jahren entdeckten Methan-Vorkommen in der Atmosphäre des unwirtlichen Planeten als Hinweis auf außerirdisches Leben.

Deutsche, niederländische und britische Wissenschaftler haben Teile eines Meteoriten unter Mars-Bedingungen mit ultraviolettem Licht bestrahlt, woraufhin sich die Gasmoleküle bildeten. "Methan entsteht aus unzähligen kleinen Mikro-Meteoriten und interplanetaren Staubteilchen, welche aus dem Weltall auf der Marsoberfläche landen", erläuterte der Atmosphärenchemiker Frank Keppler vom Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz. "Die Energie liefert die extrem starke ultraviolette Strahlung."

Jährlich bis zu 300 Tonnen Methan
Seit Forscher größere Mengen von Methan auf dem Mars gefunden haben, wird viel über die Quelle spekuliert. Eine Hypothese lautet, dass Mikroorganismen das Gas bilden und es sich somit um ein Indiz für Leben auf dem Roten Planeten handeln könnte. Im Gespräch sind auch geologische Methan-Quellen wie Vulkane. Hochrechnungen zufolge produziert der Mars laut Kepler 200 bis 300 Tonnen Methan pro Jahr.

Ohne Mars-Expedition, sondern mithilfe des Meteoriten Murchison fanden die Forscher aus Mainz sowie den Universitäten in Utrecht und Edinburgh heraus, dass UV-Licht die Kohlenstoff-Verbindungen im Meteoritengestein zersetzt. "Im Gegensatz zur Erde fehlt dem Mars eine schützende Ozonschicht, die den größten Teil der UV-Strahlung aus dem Weltall absorbieren könnte", erklärte Keppler. Die Mars-Atmosphäre sei sehr dünn, sodass im Vergleich zur Erde ein wesentlich geringerer Teil des Meteoriten-Materials verglühe, schreiben die Forscher im Fachmagazin "Nature".

4,6 Milliarden alten Meteoriten untersucht
Der Meteorit Murchison enthalte mehrere Prozent Kohlenstoff und habe eine ähnliche chemische Zusammensetzung wie der Großteil des Meteoritengesteins, das auf dem Mars landet, erläuterte der Mainzer Kosmochemiker Ulrich Ott. Der 4,6 Milliarden Jahre alte Meteorit schlug 1969 in der australischen Stadt Murchison ein. Bei der UV-Bestrahlung von Proben entwichen fast augenblicklich beträchtliche Mengen Methan.

Die Ergebnisse dürften all diejenigen, die fest an den biologischen Ursprungs des Methans glauben, ernüchtern, teilte das Max-Planck-Institut mit. Ganz ausschließen könnten die Forscher die Hypothese der Mars-Mikroben aber nicht. Es sei durchaus möglich, dass weitere Prozesse zur Methan-Produktion beitragen, so Keppler.

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