Mo, 24. September 2018

Dicke Rauchfahne

25.05.2012 14:33

"Kepler" entdeckt Exoplanet, der sich langsam auflöst

Mithilfe des Weltraumteleskops "Kepler" haben Astronomen einen kleinen Exoplaneten entdeckt, der sich langsam aber sicher in Rauch auflöst. Der dunkle Himmelskörper, der etwa die Größe des Planeten Merkur haben dürfte, kreist um eine Zwergsonne namens KIC 12557548, die 1.500 Lichtjahre von unserer Erde entfernt ist.

Auf die Spur des Planeten stießen Wissenschaftler um Saul Rappaport vom Massachussetts Institute of Technologie (kurz MIT) aufgrund von ungewöhnlichen Lichtmustern bei KIC 12557548, die vom Observatorium "Kepler" (Bild 2), das schon winzigste Änderungen der Helligkeit bei über 150.000 Sternen gleichzeitig registriert.

Rätselhafte Schwankungen
Bei näherer Beobachtung stießen die MIT-Forscher auf einen besonderen Effekt: Stern KIC 12557548, der kleiner und kühler ist als unsere Sonne, verdunkelt sich beim Transit des Planeten zwar regelmäßig alle 15,6 Stunden, doch fallen die Schwankungen der Lichtstärke unterschiedlich stark aus. Die Astronomen vermuteten deshalb anfangs, dass sie einen Doppelplaneten entdeckt hätten. Doch schon bald kamen sie zum Schluß, dass eine solche Konstellation instabil wäre, weil sich bei einer Umlaufzeit von knapp 16 Stunden zwei Planeten sehr nahe an ihrem Zentralgestirn befinden müssten.

Planet verdampft langsam
Die rätselhaften Daten ließen die Wissenschaftler am MIT schließlich eine neue Hypothese entwickeln: Demnach wird die schwankende Lichtstärke nicht durch einen festen Körper sondern durch eine riesige Wolke aus Gas und Staub hervorgerufen. Aufgrund der Nähe zu KIC 12557548 sei die Oberfläche des felsigen Planeten vermutlich rund 1.700 Grad Celsius heiß, wodurch das Gestein schmelze und teilweise sogar verdampfe. Teilchenwinde der Sonne würden die Gase und Staubpartikel dann ins All tragen. Der Planet selbst ziehe die Teilchen dann wie eine gewaltige Rauchfahne (Bild), deren Größe und Form variiert, hinter sich her, so die Astronomen. Und das, so sind sie überzeugt, führe zu den bereits beschriebenen Lichtmustern.

Aufgrund der derzeitigen Geschwindigkeit der Verdampfung haben die MIT-Forscher zudem errechnet, dass der Planet in spätestens 100 Millionen Jahre vollständig verdampft sein wird.

"Kepler" sucht nach "zweiter Erde"
Das NASA-Weltraumteleskop "Kepler" , das im März 2009 zur Suche nach erdähnlichen Planeten gestartet worden war, hat bisher mehr als 2.300 Kandidaten für Exoplaneten bei anderen Sternen gefunden, davon 48 Kandidaten in bewohnbaren Zonen.

Dank ihrer 95-Megapixel-Kamera kann die nach dem deutschen Astronomen Johannes Kepler benannte Sonde jenen leichten Dimmer-Effekt erfassen, der entsteht, wenn ein Planet von der Erde aus gesehen vor seinem Zentralgestirn vorbeizieht.

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