23.05.2012 17:00 |

Im großen Stil

Wiener Polizist als internationaler Waffenhändler

Riesenwirbel bei der Wiener Polizei: Ein karenzierter und bis zuletzt für die internationale Atombehörde IAEO arbeitender Kollege soll Waffenhandel im großen Stil betrieben haben. Am Montag stürmte eine deutsche Spezialeinheit dessen Wohnung in Bayern und stellte Pumpguns, Gewehre, Maschinenpistolen und 600 Schuss Munition sicher (im Bild). Der Wiener wurde verhaftet.

Jahrelang stand er in Wien im Dienste der Polizei, bildete nebenbei Beamte in Sachen Strahlenschutz aus. Doch seit jeher war der 47-jährige Abteilungsinspektor Jörg R. wegen dubioser Machenschaften und "Anschwärzerei" bei seinen Kollegen alles andere als beliebt – die Beschwerden türmten sich.

Fazit: Dem Wiener wurde eine Karenzzeit nahegelegt – und dabei gleich ein neuer Job vermittelt. R. kam 2008 als "Sicherheitsbeauftragter" bei der IAEO unter. Was ihm offenbar gelegen kam – er verdiente gut und hatte Zeit, seinen illegalen Geschäften nachzugehen.

Durch Beziehungsstreit in NÖ aufgeflogen
Das rege Treiben des Polizisten kam jetzt ans Licht – ausgelöst durch einen nächtlichen Cobra-Einsatz bei einem Beziehungsstreit im niederösterreichischen Baden bereits im Februar. Ein Büchsenmacher wollte damals auf die Beamten feuern – und wurde festgenommen. Besonders interessant war das Handy des 50-Jährigen: Unzählige Namen und Nummern von Polizisten waren darin gespeichert – so auch die Kontaktdaten von R., der kürzlich samt Frau (eine Ex-ABC-Expertin des Verteidigungsministeriums) nach Deutschland gezogen war.

Ermittlungen zeigten: Jörg R. dürfte ein internationaler Waffenhändler sein. Eine Polizei-Sondereinheit stellte in R.s Wohnung in Forchheim unzählige Waffen und Berge von Munition sicher. Der offiziell noch immer der Wiener Polizei angehörige Mann sitzt in U-Haft – Ermittlungen gegen Komplizen in Polizeikreisen laufen.

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