Do, 16. August 2018

Fund in Südamerika

23.05.2012 10:00

Raubsaurier-Urtyp aus der Pangäa-Ära entdeckt

In Südamerika haben Wissenschaftler ein ganz besonderes Raubsaurier-Fossil aus der Jurazeit vor rund 150 bis 200 Millionen Jahren entdeckt. Das bis zu zehn Meter lange Tier lebte 40 Millionen Jahre vor dem bisher ältesten bekannten Vertreter der Abelisaurier, zu denen es zählt. Es stamme aus einer Zeit, als das Land auf den beiden Erdhalbkugeln noch zusammenhing und den Superkontinent Pangäa bildete, so die Forscher.

"Der Raubsaurier gehört zu einer Gruppe, die bislang nur aus der Kreidezeit bekannt war. Er ist der bei Weitem älteste Vertreter", sagt Oliver Rauhut von der Ludwig-Maximilians-Universität München, der an den Ausgrabungen (Bild 2) beteiligt war. "Das zeigt, dass die Abelisauriden eine sehr viel längere Evolutionsgeschichte haben, als wir bisher dachten", ergänzt der Paläontologe. Die Forschergruppe hat den Fund aus Patagonien in den "Proceedings" der britischen Royal Society veröffentlicht.

Ähnlicher Körperbau wie T. Rex
Die bis zu zehn Meter langen Raubsaurier (im Bild eine 3D-Rekonstruktion) auf der Südhalbkugel glichen den nördlichen Tyrannosauriern in vielen Merkmalen - unter anderem in den verkürzten Armen. Einmalig aber war ihr ungewöhnlich hoher und kurzer Schädel. "Bekannt ist, dass die Abelisaurier in der Kreidezeit sehr artenreich und weit verbreitet waren", sagt Rauhut. "Ihr Ursprung aber lag überwiegend im Dunkeln."

Der neue Fund aus der Jurazeit zeigt Übergangsstadien in der Entwicklung. Bei dem Fossil seien die Oberarme beispielsweise noch sehr stark ausgeprägt gewesen. Die Verkümmerung begann daher an Händen und Unterarmen. Die Forscher tauften das Tier Eoabelisaurus mefi - der erste Name heißt so viel wie "Abelisaurier der Morgenröte", der zweite steht für die Abkürzung eines spanischen Paläontologie-Museums.

Wüste verhinderte Ausbreitung
Und noch etwas ist spannend an dem neuen alten Fund: Das Tier stamme aus der Zeit, als das Land auf den Erdhalbkugeln noch zusammenhing und den Superkontinent Pangäa bildete, sagt Rauhut. "Es stellt sich also die Frage, warum die Art sich damals nicht auf der Nordhalbkugel ausgebreitet hat." Die Forscher vermuten, dass eine riesige Wüste im zentralen Pangäa die Ausbreitung der Abelisaurier in den Norden verhinderte.

Die Forscher versprechen sich weitere Erkenntnisse von dem Raubsaurier-Fossil, das in Argentinien noch immer untersucht wird. Sein Schädel soll auch einer Computertomographie unterzogen werden.

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