So, 22. Juli 2018

Polizeibericht zeigt:

18.05.2012 08:06

Tötung von Trayvon Martin in Florida war "vermeidbar"

Die Tötung des afroamerikanischen Jugendlichen Trayvon Martin in Florida durch das Mitglied einer Bürgerwehr war einem Polizeibericht zufolge "letztlich vermeidbar". Es gebe keinen Hinweis darauf, dass der 17-Jährige zur Zeit des Vorfalls am Abend des 26. Februar in irgendeine kriminelle Handlung verwickelt war, hieß es in dem am Donnerstag veröffentlichten Bericht.

Wäre der Schütze George Zimmerman (Bild) in seinem Fahrzeug geblieben und hätte auf die Polizei gewartet, hätte der Vorfall vermieden werden können, so der Tenor des Polizeiberichts.

Notwehrsituation gegeben?
Manchen Stellen in dem 183 Seiten langen Schriftstück scheinen jedoch die Darstellung Zimmermans zu belegen, wonach er in Notwehr schoss. Auf einem Foto vom Abend des Vorfalls erscheint Zimmerman mit einer blutenden Nase. Ein Polizist, der ihn am Abend vernahm, wird mit der Aussage zitiert, Zimmerman habe aus der Nase und am Hinterkopf geblutet. Zudem sei sein Rücken nass und voller Gras gewesen, als habe er auf dem Boden gelegen.

Debatte über Waffengesetze und Rassismus
Die Tötung des unbewaffneten Jugendlichen Trayvon Martin, der sich nach einem Einkauf in einem bewachten Wohngebiet auf dem Heimweg befand, führte in den USA zu einer heftigen Debatte über laxe Waffengesetze und Rassismus im Justizsystem. Die Polizei hatte Zimmerman nach einer vorübergehenden Festnahme zunächst wieder frei gelassen. Sie berief sich dabei auf ein Gesetz, das den Bürgern in Florida das Recht zu schießen gibt, wenn sie sich ernsthaft bedroht fühlen.

Nach heftigen Protesten nahm die Justiz Zimmerman schließlich wieder fest. Die Staatsanwaltschaft erhob am 11. April Anklage wegen Totschlags, die Anklageschrift soll am 29. Mai öffentlich verlesen werden. Der derzeitige Aufenthaltsort von Zimmerman, der Morddrohungen erhalten hat, wird geheim gehalten. Bei einer Verurteilung droht ihm lebenslange Haft.

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