Schon seit Längerem war bekannt, dass es auf Sizilien und Malta im Pleistozän Zwergformen von Elefanten gab. Diese wurden als Abkömmlinge einer einzelnen Festlandart - des Europäischen Waldelefanten - gedeutet. Einzelne Stoßzähne, die nahe von Kap Malekas, einer steilen Landzunge im Nordwesten Kretas, gefunden wurden, hatten den Forschern jedoch Rätsel aufgegeben, berichten Victoria Herridge und Adrian Lister vom Naturkundemuseum in London.
Nur etwas über einen Meter hoch
Die Analyse der Anatomie vorhandener und neu aufgetauchter Fundstücke zeigte jetzt, dass diese Zwergform nicht zur Linie der Elefanten passt, sondern ein zwergwüchsiges Mammut darstellt. Mit einer Schulterhöhe von nur 110 Zentimetern Größe und einem Gewicht von rund 300 Kilogramm sind sie die kleinsten bisher bekannten Mammuts und so groß wie die sizilianischen Zwergelefanten.
Die auf den Namen Mammuthus creticus getaufte Art stammte möglicherweise von einer der ersten europäischen Mammutarten ab, entweder M. rumanus oder M. meridionalis, schreiben die Forscher. Das Zwergmammut könnte sich bereits vor ein bis drei Millionen Jahren von seinen Verwandten abgespalten haben - und damit viel älter sein als bisher angenommen. Die Elefanten-Zwergformen des Mittelmeeres hätten sich offenbar unabhängig voneinander in zwei Abstammungslinien gebildet.
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