Ein 37-Jähriger musste sich am Mittwoch am Landesgericht Feldkirch verantworten. Sein Opfer hat immer noch Schmerzen.
Vor Gericht ist der 37-jährige Invalidenrentner kein unbeschriebenes Blatt. Bereits vier Mal wurde er wegen Verstößen gegen das Suchtmittelgesetz verurteilt. Saß deswegen sogar schon hinter Gittern. Gelernt hat er offensichtlich nichts daraus. Am Mittwoch durfte er schon wieder am Landesgericht antanzen. Falsch, er musste mit dem Blaulichttaxi zuhause abgeholt und zur Verhandlung vorgeführt werden.
Diesmal, weil er sich im Juli in Dornbirn im Drogenrausch hinters Steuer seines Autos gesetzt hatte und einen 35-jährigen Mann niederfuhr. Das Opfer wurde dabei schwer an Bauch, Brust und Beinen verletzt und musste im Krankenhaus operiert werden.
Toxische Morphinwerte
Im Prozess bekennt sich der Angeklagte „eigentlich schuldig.“ Eine Erklärung für das „Hoppala“ hat er auch: „Ich hatte versehentlich statt des Vorwärtsganges den Rückwärtsgang eingelegt. Da habe ich den Mann angefahren.“ Auf Vorhalt von Richterin Lisa Pfeifer, wonach der Beschuldigte laut medizinischem Gutachten seinerzeit toxische Morphinwerte im Blut hatte, antwortet dieser, seit einigen Jahren freiwillig in einem Substitutionsprogramm zu sein, bestreitet jedoch an besagtem Tag mehr Tabletten als verschrieben genommen zu haben.
„Ich hatte Streit mit meiner Frau und wohnte quasi zwei Tage in meinem Auto. Während dieser Zeit habe ich kaum geschlafen.“ Dass das Opfer auch noch vier Monate nach dem Unfall Schmerzen hat und in Physiotherapie ist, tut dem Angeklagten zwar leid. Das von Privatbeteiligten-Vertreter Dominik Brun geforderte Schmerzensgeld von 2000 Euro bereitet dem Delinquenten allerdings Kopfzerbrechen. „Ich muss halt schauen, was ich zahlen kann. Ich hab ja kein Geld.“ Richterin Lisa Pfeifer spricht den 27-Jährigen wegen fahrlässiger Körperverletzung schuldig und verhängt über ihn eine bedingte Gefängnisstrafe von zwölf Monaten und 1440 Euro Geldstrafe. Dem Opfer spricht sie 1200 Euro zu.
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