Di, 16. Oktober 2018

Kino-Comeback

04.04.2012 13:09

"Titanic": Leo und Kate schmusen jetzt in 3D

Am 14. April 1912 rammte das vermeintlich unverwundbarste aller Schiffe einen Eisberg. Eine der größten Seefahrtskatastrophen forderte weit über 1.000 Menschenleben. Kurz vor dem 100. Jahrestag des "Titanic"-Untergangs wird nun die 3D-Version des elffach Oscar-gekrönten Dramas in den Kinos bildgewaltig zu Wasser gelassen (Start: 5. April).

Am Morgen des 14. April 1912 war die "Titanic", das Flaggschiff der White-Star-Linie, bereits vier Tagesreisen von Southampton entfernt und fuhr mit 22,5 Knoten der Stadt New York, dem Zielhafen ihrer, wie es schien, triumphalen Jungfernfahrt entgegen. Ein Heizer der Besatzung konnte sich nicht erinnern, je eine ruhigere See erlebt zu haben. Die Passagiere genossen das Leben an Bord und das Privileg, mit dem größten und luxuriösesten Passagierschiff der damaligen Zeit den nordatlantischen Ozean zu queren.

"Eisberg voraus!"
Spätabends, um ca. 23.40 Uhr, bemerkte Frederick Fleet hoch oben im Ausguck etwas unmittelbar vor ihm Liegendes, das weder Sternenhimmel noch schwarzes Wasser war. Und es wurde von Sekunde zu Sekunde größer. Eilig verständigte er die Kommandobrücke: "Eisberg an Steuerbord voraus!" Der nass glänzende Koloss, der etwa 30 Meter über das Wasser ragte, verschwand ebenso rasch in der Dunkelheit, wie er erschienen war. Doch ein Ruck war durch das Schiff gegangen. Wenig später war klar, dass der frostige Gigant ein Leck in die Steuerbordseite der "Titanic" gerissen und den massiven Schiffsrumpf wie Butter durchschnitten hatte.

Auf dem russischen Dampfer "Birma" ging in jener Nacht folgender Funkspruch ein: "CQD - SOS - We have struck iceberg. Sinking fast. Come to our assistance (Wir haben einen Eisberg gerammt. Sinken schnell. Kommt uns zu Hilfe)." CQD (Seek You. Distress! - An alle. Seenot!) war der ursprüngliche Morse-Notruf. Er wurde 1908 durch SOS ersetzt. Der Funker der "Titanic", der beide Seenotzeichen benutzte, sandte seinen Ruf um 0.45 Uhr aus. Doch niemand kam.

Die "Titanic", dieses vermeintlich unverwundbarste aller Schiffe, trat in einen Todeskampf inmitten eisiger Fluten und riss weit über tausend Menschen mit sich. Eine Schifffahrtstragödie, die nun - nach knapp hundert Jahren - Forscher die letzten Rätsel lösen lassen, die geblieben waren. So berichtet "Der Spiegel", dass amerikanische Experten zum Jahrestag die entscheidenden Minuten rekonstruiert haben. Rumpfnieten aus zu sprödem Material sollen mitschuldig am Untergang sein. Etwas gespenstisch mutet die Theorie einer Untersuchung an, die besagt, dass ein seltenes optisches Phänomen, die sogenannte Superrefraktion, den Eisberg beinahe unsichtbar gemacht habe.

Elf Oscars für "Titanic"
Regisseur James Cameron hat das Unglück bereits 1997 als dreistündiges Kino-Drama bildgewaltig umgesetzt - mit elf Oscars wurde es zu einem der größten Kassenschlager der Filmgeschichte. In den Mittelpunkt hatte Cameron das bewegende Schicksal und die Lovestory zwischen dem mittellosen jungen Jack Dawson und der Aristokratin Rose DeWitt gerückt - gespielt von Leonardo DiCaprio und Kate Winslet, zwei Schauspieler, die damals noch keine wirklich großen Namen hatten. Sie erlitt sich ihre erste Oscar-Nominierung - und beide wurden sie fortan von Hollywood hofiert.

Für James Cameron war "Titanic" die Krönung seines bisherigen Schaffens - lange vor "Avatar". Nun, zum 100. Jahrestag des "Titanic"-Untergangs am 15. April 2012, lässt der gigantomanische Regiemagier sein preisgekröntes Drama noch einmal in einer wahnsinnig aufwendigen 3D-Version zu Wasser - und diesmal ist die Realitätsnähe noch ergreifender. Der amüsante Kommentar des kauzigen kanadischen Perfektionisten Cameron: "Die Jugend von heute liebt die dreidimensionale Kinomagie. Ich wollte einfach, dass alle Fünfzehnjährigen, die von ihren Eltern unmittelbar nach dem 'Titanic'-Kinobesuch gezeugt wurden, sich ein eigenes Bild von dieser Lovestory machen können. Und es soll sie dabei so richtig aus den Kinosesseln heben." Kreuzfahrt-Romantik dürfte danach erst mal kein Thema sein.

Cameron: "Der Regisseur ist Gott"
Apropos: Romantik gab es nur im Script, die Dreharbeiten waren beinhart. Wegen ständiger Unterkühlung und klamm-durchweichter Garderobe litten die Protagonisten an bösen Nierenbeckenentzündungen, viele der über 1.000 Statisten erlitten bei den Fluchtszenen Knochenbrüche. Auch darauf hat James Cameron eine Antwort: "Wenn ein Film 45.000 Dollar pro Stunde verschlingt, habe ich jedes Recht, meinen Schauspielern alles, wirklich alles abzuverlangen. Der Regisseur ist Gott!"

Riesenkahn ist gleich Riesenego! Eine Gleichung, die in allen Yachthäfen ihre schnittige Bestätigung findet. Sogar die "Titanic 3D"-Werbeflächen am Sunset Boulevard in L.A. zeigen sich erstmals dreidimensional. Leonardo DiCaprio und Kate Winslet wurden durch den "Titanic"-Film und den Hype danach zu echten Freunden. DiCaprio: "Das bleibt auch so. Ich vertraue Kate blind!" Für seine aktuelle Flamme Erin Heatherton, ein Dessous-Model, und das ausgemusterte Herzblatt Bar Refaeli fand der Mime jüngst weniger charmante Worte: "Hätte ich die wahre Liebe gefunden, wäre ich schon längst verheiratet." Das saß. Da hilft nur eines: abtauchen. Darin hat der Beziehungsphobiker und "Titanic"-Star ja Übung.

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