So, 16. Dezember 2018

Brief mit USB-Stick

27.03.2012 14:54

Al-Jazeera erhielt Video der Morde von Toulouse

Eine Kopie der Videoaufnahmen, die Mohamed Merah von seiner Mordserie in Frankreich gemacht hat, ist nach Informationen der Zeitung "Le Parisien" dem Pariser Büro des arabischen Nachrichtensenders Al-Jazeera zugeschickt worden. Das Päckchen, das neben einem USB-Stick einen Brief enthalten habe, sei am Montag der Kriminalpolizei übergeben worden. Diese halte das Video für authentisch, berichtete die Zeitung.

Mittlerweile ist klar, dass die Sendung nicht von Merah selbst aufgegeben wurde. Sie trug laut Polizei den Poststempel vom vergangenen Mittwoch. An jenem Tag hatte die Belagerung des Appartements bereits begonnen, in dem der Serienmörder schließlich nach einem mehr als 30-stündigen Nervenkrieg von der Polizei erschossen wurde.

"Das ist eine Videomontage mit Bildern der verschiedenen Morde mit Musik und Koranversen", berichtete ein Ermittler der Nachrichtenagentur AFP. Der Film sei auf einem USB-Stick gespeichert gewesen. Die Leitung von Al-Jazeera in Katar entschied am Dienstagmittag nach längerer Überlegung, dass sie die Bilder nicht ausstrahlen werde.

Sarkozy fordert von Sendern "Respekt"
Bereits direkt nach dem Auftauchen des Mord-Videos hatte Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy die Fernsehsender vor einer Ausstrahlung gewarnt. "Aus Respekt vor den Opfern und vor der Republik" solle der Film nicht gezeigt werden, sagte Sarkozy.

Neben Sarkozy hatten auch die Familien der Opfer sowie die französische Fernsehaufsicht CSA die Medien dazu aufgefordert, den Film nicht auszustrahlen. Der sozialistische Präsidentschaftskandidat François Hollande sagte, Al-Jazeera würde ansonsten seine Präsenz in Frankreich aufs Spiel setzen.

"Dilettantischer Bekennerbrief"
Neben dem Film enthielt die Sendung auch einen handschriftlichen Bekennerbrief in französischer Sprache, der von Mohamed Merah unterzeichnet worden sei, wie es vonseiten der Ermittler weiter hieß. Der Brief sei "gespickt mit Rechtschreibfehlern" und zeuge von einem "verblüffenden Dilettantismus".

Wie der zuständige Staatsanwalt bereits am Donnerstag berichtete, soll Merah auf dem Tatvideo vor den tödlichen Schüssen auf einen Soldaten sagen: "Du tötest meine Brüder, jetzt töte ich dich." Bevor er dann mit seinem Motorroller davonfuhr, habe er noch "Allah Akbar!" ("Gott ist groß!") gerufen (siehe Infobox).

Auch Bluttat vor jüdischer Schule gefilmt
Auch die Bluttat vor einer jüdischen Schule, wo der 23-Jährige drei Kinder und einen Religionslehrer erschoss, nahm Merah dem Staatsanwalt zufolge auf. Der Islamist, der sich selbst als Mitglied des Terrornetzwerks Al-Kaida bezeichnete, hatte zu diesem Zweck eine Kamera um seinen Körper geschnallt.

Die Beamten hatten die Kamera gefunden, nachdem ihnen Merah während der stundenlangen Belagerung seiner Wohnung mitgeteilt hatte, wo sie sich befindet. Angeblich soll er den Ermittlern auch erzählt haben, dass er den Film ins Internet gestellt habe, "aber wir wissen nicht, wo oder wie oder wann", so die Polizei.

Wegen des Einwurfdatums des Briefs sucht die Polizei nun nach einem zweiten Komplizen Merahs. Er könnte zudem wie Merahs Bruder am Diebstahl des für die Taten verwendeten Motorrollers beteiligt gewesen sein. Der dritte Mann nahm laut Ermittlern womöglich auch an weiteren Vorbereitungen der Anschläge teil, etwa indem er Motorrad-Zubehör gekauft habe.

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