So, 24. Juni 2018

1 Jahr nach Tsunami

24.03.2012 19:29

Geisterschiff aus Japan treibt vor Kanadas Küste

Mehr als ein Jahr nach dem verheerenden Erdbeben und dem darauffolgenden Tsunami in Japan ist jetzt ein seit damals vermisster Fischtrawler gesichtet worden - vor der kanadischen Ostküste auf der anderen Seite des Pazifiks. Das Geisterschiff wurde am Samstag von Seeaufklärern der kanadischen Streitkräfte 220 Kilometer vor der Küste der Provinz British Columbia entdeckt.

Der Trawler muss in den gut zwölf Monaten seit dem 11. März vorigen Jahres allein über den größten Ozean der Erde gedriftet sein. Auf den fast 8.000 Kilometern wäre er dann mit etwa einem Kilometer in der Stunde unterwegs gewesen und hätte unbemannt Stürme und Wellenbrecher überstanden.

Laut der kanadischen Tageszeitung "Vancouver Sun" sei das 45 Meter lange Schiff in einem erbärmlichen Zustand, aber schwimmfähig. Der Trawler liege demnach sogar normal in der See, Wasser sei also offenbar nicht eingedrungen.

"Es sieht ziemlich mitgenommen aus"
"Es treibt seit einem Jahr über den Pazifik, deshalb sieht es ziemlich mitgenommen aus", zitierte die "Vancouver Sun" Jeff Olsson vom Rettungszentrum in Victoria, der Haupstadt von British Columbia.

Noch sei nicht entschieden, ob der Kahn geborgen werde. Wenn er jedoch weiter dahintreibe, könne er noch zur Gefahr für die Schifffahrt oder auch die Umwelt werden, erklärte Olsson. Das Geisterschiff sei zwar eindeutig identifiziert worden, "aber praktisch wertlos. Keiner will mit ihm etwas zu tun haben, weil die Schlepperkosten viel zu hoch wären".

Gigantischer Trümmer-Teppich vor Kanadas Küste
Der Trawler ist der erste große Überrest des gewaltigen Tsunamis vor einem Jahr, der an der Westküste Nordamerikas angeschwemmt wird. Schon seit Wochen treibt aber ein riesiger Teppich aus Trümmerteilen vor der Region. Er ist so groß wie Deutschland und Dänemark zusammen.

Dabei wurden Holz mit japanischem Exportstempel oder Bojen gefunden, die an einer japanischen Austernfarm befestigt waren. Einiges wurde angeschwemmt, das meiste treibt jedoch vor der Küste.

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