Do, 19. Juli 2018

Schwesternhilfe

08.06.2005 14:38

Eierstock gespendet - jetzt hat Schwester ein Baby

Mutterfreuden für eine unfruchtbare Amerikanerin: Erst durch eine Eierstock-Spende ihrer Zwillingsschwester hat eine junge Frau, deren eigene Eierstöcke mit 14 Jahren ihre Funktion eingestellt hatten, ein Kind zur Welt bringen können. Das berichten Ärzte um Sherman J. Silber vom St. Luke's Hospital in St. Louis im US-Staat Missouri in einer Vorab-Veröffentlichung des "New England Journal of Medicine".

Mit der Verpflanzung des intakten Eierstockgewebes stellte sich bei der unfruchtbaren Schwester der Zyklus wieder ein. Sie wurde schwanger und brachte nach 38 Wochen ein gesundes, 3.600 Gramm schweres Mädchen zur Welt.

Zuerst Eizellen, dann den Eierstock gespendet
Während die eineiige Zwillingsschwester auf natürlichem Wege drei Kinder empfangen hat, wurde die Schwester einfach nicht schwanger. Die Schwestern hatten sich zunächst erfolglos einer Eizellenspende unterzogen – doch auch das half nichts.

Also spendete die eine Schwester als 24-Jährige ihrem unfruchtbaren Zwilling einen ihrer beiden intakten Eierstöcke. Das Gewebe wurde der Empfängerin in einem so genannten Schlüsselloch-Eingriff durch die Bauchdecke eingepflanzt.

Schon bald wurde sie schwanger
Schon einen Tag nach dem Eingriff konnten beide Schwestern die Klinik verlassen. 80 Tage nach der Operation hatte die vormals unfruchtbare Schwester erstmals wieder eine Regelblutung. Ihre Hormonwerte normalisierten sich. Bereits in ihrem zweiten Zyklus wurde sie auf natürlichem Weg schwanger.

Gewebe wurde nicht abgestoßen
Die wiedergewonnene Fruchtbarkeit sei vermutlich nicht Folge etwaiger verbliebener Follikel in den funktionslosen Eierstöcken, sondern gehe auf das verpflanzte Gewebe zurück, schreiben die Mediziner. Da es sich bei den Schwestern um eineiige Zwillinge handelt, unterscheidet sich ihr Erbgut nicht. Das gespendete Gewebe wird daher auch nicht abgestoßen.

Eierstockspenden unter eineiigen Zwillingen kämen zwar vermutlich nur selten in Frage, der erfolgreiche Eingriff bedeute jedoch auch Hoffnung für Frauen, denen etwa wegen einer Krebsbehandlung Unfruchtbarkeit drohe. In solchen Fällen hatten andere Ärzte bereits die Fruchtbarkeit mit zuvor entnommenem Eierstockgewebe der Patientin wieder hergestellt.

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