Di, 25. September 2018

"Binge drinking"

23.03.2012 12:40

Britische Regierung sagt "Komasaufen" den Kampf an

Die britische Regierung hat dem berühmt-berüchtigten "Binge Drinking", also dem "Komasaufen", den Kampf angesagt. Premierminister David Cameron stellte am Freitag in London eine Reihe von Maßnahmen vor, mit denen vor allem Jugendliche davon abgehalten werden sollen, sich immer wieder hemmungslos zu betrinken.

Unter anderem soll es künftig einen Mindestpreis für Alkohol in Geschäften geben. Damit soll die weit verbreitete Sitte unterbunden werden, dass Jugendliche vor dem Ausgehen am Wochenende zunächst zu Hause billigen Alkohol konsumieren.

Jährlich 1,2 Millionen Einlieferungen
Das "Komasaufen" gilt als eine der Hauptursachen für gewaltsame Auseinandersetzungen und Ausschreitungen in Großbritannien. In den Krankenhäusern des Königreichs werden jährlich rund 1,2 Millionen Einlieferungen wegen dem "Binge Drinking" gezählt. Die Kosten für Behandlungen von übermäßigem Alkoholkonsum liegen Schätzungen zufolge bei etwa 2,7 Milliarden Pfund (rund 3,2 Milliarden Euro) pro Jahr.

"Binge Drinking ist kein Einzelfall. Es steht für die Hälfte des in unserem Land getrunkenen Alkohols", sagte Cameron. "Die Kriminalität und die Gewalt, die dadurch ausgelöst werden, binden Ressourcen in unseren Krankenhäusern, führen zu Chaos auf unseren Straßen und zu Angst in unseren Gemeinden."

Der Regierungschef kündigte einen Mindestpreis von etwa 40 Pence (48 Cent) pro Alkoholeinheit (8 Gramm bzw. 10 Milliliter Ethanol) an. Eine Flasche Bier mit drei Einheiten Alkohol würde im Geschäft demzufolge mindestens 1,20 Pfund (1,43 Euro) kosten - derzeit sind es etwa 0,75 Pfund (0,89 Euro).

Londons Bürgermeister preschte vor
Vor allem London ist berüchtigt für seine trinkenden und oft grölenden Nachtschwärmer. Nachdem betrunkene Jugendliche vor allem am Wochenende bevorzugt die U-Bahnen bevölkerten, hatte Bürgermeister Boris Johnson als eine seiner ersten Amtshandlungen ein "Saufverbot" im öffentlichen Nahverkehr erlassen. Seit 1. Juni 2008 gilt in Londons U-Bahnen, Straßenbahnen und Bussen ein Alkoholverbot.

Damals meinte Johnson, durch die Maßnahme solle "asoziales Verhalten" unterbunden werden. "Ich glaube fest daran, dass wir auch ernsthaftere Verbrechen in den Griff bekommen, wenn wir kleinere ausschließen", sagte der Politiker der konservativen Tories.

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