So, 16. Dezember 2018

Todesstrafe droht

23.03.2012 22:34

Anklage gegen US-Amokläufer wegen 17-fachen Mordes

Nach dem Massaker an afghanischen Dorfbewohnern hat das US-Militär den mutmaßlichen Schützen nun formell angeklagt. Dem Unteroffizier Robert Bales (Bild links) werde 17-facher Mord vorgeworfen, teilte die US-Armee in der afghanischen Hauptstadt Kabul am Freitag mit. Außerdem würden dem Soldaten sechs weitere Anklagepunkte wegen Angriffs und versuchten Mordes zur Last gelegt.

Laut Erklärung der US-Armee drohe Bales bei einer Verurteilung die Todesstrafe. Die Mindeststrafe für Mord sei lebenslange Haft. Außerdem müsse der Soldat bei einem Schuldspruch mit der unehrenhaften Entlassung aus den Streitkräften sowie dem Verlust aller finanziellen Ansprüche rechnen. Nach der Vorlage der Anklageschrift werde als nächster Schritt in einer Anhörung überprüft, ob die Beweise für einen Prozess ausreichten.

Massaker an Dorfbewohnern
Bales soll am 11. März seinen Stützpunkt in der südafghanischen Provinz Kandahar verlassen und das Massaker an Dorfbewohnern verübt haben. 17 Menschen hätten nach jüngsten Angaben dabei ihr Leben verloren - darunter zahlreiche Kinder und Frauen. Angeblich zündete der 38-Jährige auch mehrere Leichen an. Nach der Tat soll er in das Lager zurückgekehrt sein, wo er sich widerstandslos festnehmen ließ.

Bislang war stets davon die Rede gewesen, dass bei der Tat 16 Menschen getötet worden waren. Es soll sich jedenfalls um das schwerste Kriegsverbrechen eines NATO-Soldaten in dem zehnjährigen Afghanistan-Konflikt handeln.

Der Feldwebel sitzt derzeit in einem Gefängnis auf der Militärbasis Fort Leavenworth im US-Staat Kansas, nachdem er vorübergehend auf einer US-Basis in Kuwait untergebracht war. Ein US-Regierungsbeamter hatte am Donnerstag gesagt, es sei "ziemlich sicher", dass Bales in den USA vor Gericht gestellt werde. Angehörige der Opfer forderten, dass dem US-Soldaten in Afghanistan der Prozess gemacht werde.

Anwalt: "Er kann sich nicht an die Tat erinnern"
Der Unteroffizier wird von dem amerikanischen Anwalt John Henry Browne vertreten. Dieser hatte bereits vor der Anklageerhebung die vom Militär herangezogenen Beweise in Zweifel gezogen. Der Verteidiger wies zudem zurück, dass Alkohol und Stress im Spiel gewesen seien. Sein Mandant habe aber vor Jahren im Irak ein Schädeltrauma erlitten und sei gegen seinen Willen nach Afghanistan geschickt worden. Browne hatte diese Woche gemeint, die US-Behörden hätten keine Beweise für das, was vorgefallen sei, und sein Mandant könne sich nicht an die Tat erinnern.

Die Regierung in Kabul hatte ein öffentliches Verfahren gegen den US-Unteroffizier in Afghanistan verlangt. Zudem zweifeln manche Afghanen an der US-Darstellung eines Einzeltäters. Die Tat hatte die ohnehin schon angespannten Beziehungen zwischen beiden Ländern weiter verschlechtert. Das Massaker löste Wut und harte Kritik an den internationalen Truppen im Land aus.

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