Tania Karner (55) ist eine Pionierin. Sie war 2009 in Salzburg die erste in der Mozartstadt, die Firmen für neue Mitarbeiter ein umfassendes Umzugsmanagement anbot. Seit kurzem hat sie erhebliche Probleme, passende Unterkünfte zu finden.
Relocation bedeutet auf Deutsch Umsiedlung. Tania Karner siedelte mit ihrem Mann, einem Manager, selbst nach Salzburg. 2009 startete sie als Erste in der Mozartstadt ein Relocation-Service - Umzugsmanagement.
Meist international tätige Firmen engagieren Personen wie Karner, die Firmen helfen, um ausländischen Arbeitskräften (sogenannten Expats) bei der Integration zu unterstützen. „Behördenwege, wo einkaufen, Verträge, soziales Umfeld: Das sind nur einige Punkte, bei denen ich unterstütze“, erklärt die zweifache Mutter.
Ein wesentliches Angebot der Deutschen aus Celle hat mit Wohnraum zu tun. Karner kennt Salzburgs Markt bestens. Nur: Plötzlich haben sie und die auftraggebenden Firmen ein nicht kleines Problem. „Seit ein paar Monaten sind deutlich weniger Wohnungen erhältlich“, hält Karner fest. „Früher hatten viele Makler viele Objekte im Angebot, jetzt scheint der Markt eingebrochen zu sein. Warum? Wir rätseln alle in der Branche“, sagt Karner.
Theorien gibt es einige: „Es könnte mit der Gesetzänderung zu tun haben. Seit 1. Juli müssen Vermieter die Provision bei Mietobjekten zahlen, nicht die Kunden. Ich glaube, viele werden per Mundpropaganda weitergegeben, Makler umgangen. Das hat Folgen: Privatvermieter werden teils überrannt mit Anfragen, Personen mit ausländischem Akzent, oder Leute mit Hund vor vornherein abgelehnt.“
Auch mit Kindergarten und Co. erhebliche Probleme
Engpässe scheint es also nicht nur am „normalen“ Wohnungsmarkt zu geben, sondern auch im höherpreisigen. „Für den Wirtschaftsstandort Salzburg ist das kein gutes Signal“, weiß Karner, die auch bei Krabbelgruppen, Kindergärten händeringend Plätze sucht.
So komme es immer häufiger vor, dass neue Arbeitskräfte auf dem Sprung nach Salzburg wieder eine Kehrtwende einlegen.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.