Di, 14. August 2018

16 Zivilisten getötet

17.03.2012 09:14

Identität des US-Amokläufers öffentlich gemacht

Knapp eine Woche nach dem Massaker an 16 Dorfbewohnern in Afghanistan ist nun die Identität des mutmaßlichen Amokschützen öffentlich gemacht geworden. Medienberichten zufolge handelt es sich um den Feldwebel Robert Bales (Bild links). Der 38-jährige US-Unteroffizier wurde am Freitagabend aus Kuwait ausgeflogen und in das US-Militärgefängnis Fort Leavenworth im US-Bundesstaat Kansas verlegt, wo er in einem Hochsicherheitstrakt untergebracht wurde.

Ein US-Regierungsvertreter, der nicht namentlich genannt werden wollte, bestätigte die Angaben zur Identität des Soldaten. Die Veröffentlichung seines Namens beendete die außergewöhnlich lange Informationssperre des Pentagons, das als Begründung Bedenken wegen der Sicherheit des Feldwebels und seiner Familie angeben hatte.

An blutigem Kampfeinsatz beteiligt
Bales war vor seinem Afghanistan-Einsatz bereits dreimal im Irak stationiert gewesen. Seinem Anwalt Henry Browne zufolge war der 38-Jährige bestürzt, als er nach seinen aufreibenden Irak-Einsätzen auch noch nach Afghanistan geschickt wurde.

Einem Bericht einer offiziellen Armee-Webseite vom Februar 2009 zufolge war Bales an einem der blutigsten Kampfeinsätze im Irak beteiligt: im Jänner 2007 im Süden des Landes gegen eine schiitisch-messianische Gruppe mit dem Namen "Soldaten des Himmels". Während des 15-stündigen Einsatzes wurden demnach 250 feindliche Kämpfer getötet.

Unter Alkoholeinfluss gestanden?
Sein Anwalt sagte US-Medien, sein Mandant sei am Tag vor dem Amoklauf wütend über die schwere Verletzung eines Kameraden gewesen. Er sei jedoch Muslimen gegenüber nicht feindlich gesonnen. Die "New York Times" berichtete unter Berufung auf einen US-Vertreter, dass die Ermittler annehmen, dass der Schütze bei dem Amoklauf unter Alkoholeinfluss gestanden sei. Browne wies dies zurück.

Bales soll am Sonntagmorgen seinen Stützpunkt in der südafghanischen Provinz Kandahar verlassen und insgesamt 16 Dorfbewohner ermordet haben, darunter zahlreiche Kinder und Frauen. Nach der Tat kehrte er in das Lager zurück, wo er sich widerstandslos festnehmen ließ. Die afghanische Regierung fordert seither, dem Soldaten müsse in Afghanistan der Prozess gemacht werden.

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