Mo, 20. August 2018

Gilad Shalits Vater:

16.03.2012 11:04

"Als Palästinenser würde ich Israelis entführen"

Der israelische Soldat Gilad Shalit war von der radikalen Palästinenserorganisation Hamas entführt und fünf Jahre lang als Geisel gehalten worden. Seine Befreiung im Oktober 2011 wurde von Israels Öffentlichkeit bejubelt. Nun sorgt sein Vater Noam Shalit (rechts im Bild) in dem Nahost-Staat für eine Kontroverse: Wäre er ein Palästinenser, würde er einen israelischen Soldaten entführen, erklärte er am Donnerstag.

"Wir haben ja auch britische Soldaten entführt, als wir für unsere Freiheit kämpften", sagte Shalit in einem Fernsehinterview in Anspielung auf zionistische Freiheitskämpfer im britischen Mandatsgebiet Palästina vor der Gründung des Staates Israel.

"Würde Hand der Hamas schütteln"
Er wäre - im Gegensatz zur israelischen Regierung - bereit, mit der Hamas zu verhandeln, auch wenn sie von den Kidnappern seines Sohnes geführt werde, sagte Shalit. "Wenn sie bereit sind, ihre Ansichten zu ändern, und Israel als Staat anerkennen, dann würde ich ihre Hand schütteln."

Der Vater des ehemaligen Entführten hatte im Jänner angekündigt, bei den kommenden Parlamentswahlen für die israelische Arbeitspartei zu kandidieren. Ein Sprecher von Regierungschef Benjamin Netanyahu (links im Bild) wollte die Aussagen Shalits nicht kommentieren, deutete aber an, man solle sie als parteipolitische Ansage werten.

Eltern kämpften lange um ihren Sohn
Shalit und seine Frau hatten während der Geiselnahme lange Zeit in einem Protestzelt vor dem Amtssitz Netanyahus verbracht, um Druck auf den Premier auszuüben. Und weil die Regierung den Preis für die Freilassung von Gilad Shalit, 1.027 palästinensische Häftlinge aus dem Gefängnis zu entlassen, als zu hoch bezeichnet hatte, organisierte die Familie eine öffentlichkeitswirksame Kampagne.

Diese führte schließlich dazu, dass der Soldat nach fünf Jahren am 18. Oktober 2011 wieder zu seiner Familie zurückkehren durfte. Im Zuge des größten Gefangenenaustauschs im Nahen Osten seit 25 Jahren ließ Israel als Gegenleistung dann tatsächlich alle 1.027 inhaftierten Palästinenser frei - wie es die Hamas gefordert hatte.

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