So, 16. Dezember 2018

Landesweite Trauer

16.03.2012 18:12

Stilles Gedenken an 28 Todesopfer des Busunglücks

Mit einer Schweigeminute haben am Freitag vermutlich Millionen von Menschen in Belgien und den Niederlanden der 28 Toten des Busunglücks in der Schweiz gedacht. In vielen Orten kam um 11 Uhr das öffentliche Leben für eine Minute zum Erliegen. Nur wenige Minuten zuvor waren auf dem Militärflughafen Melsbroek in Brüssel zwei Militärflugzeuge mit den Särgen der Todesopfer gelandet.

Das öffentliche Leben in Belgien stand um 11 Uhr still, anschließend läuteten im ganzen Land Kirchenglocken, die Flaggen auf öffentlichen Gebäuden waren auf halbmast gehisst. Dasselbe Bild bot sich in den Niederlanden - wo fünf der Opfer lebten, aber in Belgien die Schule besuchten - und im Schweizer Kanton Wallis, wo der Reisebus am Dienstag verunglückte.

Die meisten Busse und Trambahnen in der belgischen Hauptstadt Brüssel stoppten um 11 Uhr ihre Fahrt. Rundfunk- und Fernsehsender blieben für eine Minute still. Auf den Straßen blieben viele Menschen stehen.

Auch in Parlament, Kommission und Ministerrat der EU in Brüssel beteiligte man sich an der Schweigeminute. Dutzende Büroangestellte traten Seite an Seite mit Köchen und Sicherheitspersonal vor die Türen der Verwaltungsgebäude und hielten auf den Gehsteigen inne.

Todesopfer nach Belgien zurückgebracht
Zuvor hatten uniformierte Beamte der Schweizer Kantonspolizei den Opfern auf dem Flughafen von Sitten die letzte Ehre erwiesen, bevor diese in ihre Heimat zurückgebracht wurden. Sechs der 24 verletzten Kinder waren gemeinsam mit ihren Angehörigen bereits in der Nacht auf Freitag nach Brüssel geflogen worden, teilte das Ministerium mit. 14 weitere Kinder wurden im Laufe des Tages nach Belgien geflogen.

Vier der 24 verletzten Kinder gelten vorerst als nicht transportfähig: Drei liegen in Lebensgefahr in der Uni-Klinik von Lausanne, das vierte in Bern. Die Verletzten erlitten oft mehrfache Knochenbrüche.

Eltern mussten tote Kinder identifizieren
Insgesamt starben bei dem Unglück 22 Kinder im Alter von zwölf Jahren und sechs Erwachsene. Die Kinder - zwei Schulklassen - waren auf dem Rückweg von einem mehrtägigen Schul-Skikurs gewesen. Der Bus war erst eine halbe Stunde unterwegs, als er frontal gegen die Wand einer Nothaltebucht prallte.

Eigentlich hätten die Eltern ihre Kinder am Mittwochmorgen in der Heimat wieder in Empfang nehmen sollen, stattdessen mussten sie sie am Donnerstag in der Schweiz identifizieren und sich für immer von ihnen verabschieden. Die Angehörigen wurden unter Polizeischutz zum Tunnel nahe des Ferienortes Siders gefahren. Sie brachten Blumen mit und legten schriftliche letzte Grüße für ihre Lieben nieder. Von einer Autobahnbrücke aus filmten Kamerateams die Angehörigen bei ihrem Weg in den "Todestunnel von Siders".

Spekulationen über Unfallhergang
Während die Angehörigen versuchen, mit dem schweren Schicksalsschlag umzugehen, mehren sich Spekulationen über den Unfallhergang. Die flämische Boulevardzeitung "Het Laatste Nieuws" berichtete auf ihrer Website, mehrere der verletzten Kinder hätten ihren Eltern und dem Krankenhauspersonal erzählt, dass der Fahrer kurz vor dem Unfall eine DVD einlegen wollte, die ihm ein Lehrer gebracht habe.

"Ein kleiner Moment der Unachtsamkeit" könne damit die Unfallursache sein, hieß es. Zugleich schrieb die Zeitung aber, der Schweizer Polizeisprecher Renato Kalbermatten habe diese Version des Unglückshergangs vorläufig als Spekulation bezeichnet, die durch die ausgewerteten Videoaufzeichnungen im Tunnel nicht belegt sei.

Die Beamten gehen bisher von drei Thesen aus: eine technische Panne, menschliches Versagen oder ein akutes Gesundheitsproblem des Fahrers, beispielsweise ein Herzinfarkt. Die genaue technische Untersuchung des Buswracks sollte am Freitag beginnen.

Diskussion über Verkehrssicherheit von Haltebuchten
Unterdessen ist in der Schweiz nach dem schweren Unglück auch eine Diskussion über die Bauweise der Pannenbuchten entbrannt. Eine Norm, die rechtwinklige Mauern für Pannenbuchten vorsieht, müsse möglicherweise geändert werden, erklärte ein Sprecher des Schweizer Straßen-Bundesamtes.

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