So, 22. Juli 2018

"Krone"-Ombudsfrau

13.03.2012 13:01

Mit dem Rollstuhl auf dem Opernball

"Alles ärgerlich" statt "Alles Walzer" fanden Waltraut F. und ihr Partner den heurigen Opernball. Die Deutsche ist normalerweise begeisterte Ballbesucherin, obwohl sie im Rollstuhl sitzt. In der Wiener Oper durften sie und ihr Tanzpartner aber nicht einmal aufs Tanzparkett. Und das bei vollem Kartenpreis!

Den Wiener Opernball wollten Waltraut F. aus Deutschland und ihr Tanzpartner unbedingt einmal erleben. "Wir haben im Juli Karten reserviert mit dem ausdrücklichen Hinweis auf Rollstuhlnutzung. Vor dem Ball haben wir die Karten in Wien abgeholt. In all der Zeit wurden wir in keiner Weise über irgendwelche Besonderheiten bezüglich der Rollstuhlnutzung informiert", schildert sie.

Ihre Enttäuschung in der Wiener Oper war deshalb umso größer. Mit dem Rollstuhl durfte sie sich dann ausschließlich in einem bestimmten kleinen Bereich der Oper aufhalten – aus Sicherheitsgründen. Tanzen auf dem großen Tanzparkett war damit unmöglich. Dafür müssen Rollstuhlfahrer aber denselben Kartenpreis wie alle andere Ballbesucher bezahlen!

Unfair fand das die Ombudsfrau und hat deshalb nachgefragt. Laut Opernballbüro will man Frau F. telefonisch über die Einschränkungen informiert haben. Dennoch sollen bei zukünftigen Reservierungsanfragen für Rollstuhlplätze die Informationen vorab schriftlich mitgeteilt werden. Und außerdem wird es ab 2013 auch eine Preisreduktion für die Rollstuhlplätze geben.

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