Mo, 20. August 2018

Spektakuläre Bilder

06.03.2012 11:00

NASA-Sonde SDO filmt erneut starke Sonneneruption

Spektakuläre Bilder einer starken Sonneneruption der Kategorie X1 hat das NASA-Sonnenobservatorium SDO zur Erde gefunkt. Die Teilchen der Plasmawolke, die sich am Montag unserer Zeit von der Sonne gelöst haben, werden schon bald auf die Atmosphäre der Erde treffen und zumindest für starke Polarlichter sorgen, so Experten.

Ein aus Einzelbildern zusammengesetztes Video des Solar Dynamics Observatory (kurz: SDO) zeigt, dass bei der X1-Eruption eine sogenannte koronale Materiewolke ins All geschleudert wurde. Laut Angaben von Experten werden die Teilchen der aktuellen Plasmawolke zwar die Erde verfehlen, sie könnten auf ihrem Weg durchs All aber auf einige Raumfahrzeuge - darunter der NASA-Satellit "STEREO-B", die Merkur-Raumsonde "MESSENGER" und das Infrarot-Weltraumteleskop "Spitzer" - treffen.

"Es ist eine richtige Dusche von Strahlung und diese hochenergetischen Teilchen können sich auf die Satelliten und einige ihrer Instrumente auswirken", sagte Yihua Zheng, Forscher am Space Weather Center des NASA Goddard Space Flight Center in Greenbelt, gegenüber der Website Space.com. "'STEREO B' hat bereits einige Strahlung abbekommen, aber wir haben keine Echtzeitdaten von anderen Satelliten, so dass wir nicht sicher wissen, ob es Schäden gibt. Wir denken aber, dass die Raumfahrzeuge eine hohe Dosis abbekommen könnten."

Gefahr für Flugzeuge und Satelliten
Bei einer Sonneneruption, die Forscher auch als "koronalen Massenauswurf" bezeichnen, werden geladene Partikel von der Sonne ausgestoßen. Besonders gefährdet sind Telekommunikationssatelliten sowie die 20.000 Kilometer von der Erde entfernt im All kreisenden Satelliten des Navigationssystems GPS, von dem die moderne Luft- und Schifffahrt weitgehend abhängig ist.

Im Herbst 2003 hatten die sogenannten "Halloween Storms" - ein extrem großer Massenauswurf der Sonne - weltweit 28 Satelliten beschädigt. Zwei von ihnen fielen komplett aus. Flugzeuge mussten wegen gestörter Kommunikationssysteme umgeleitet werden. Bei starken Sonnenstürmen, die das Erdmagnetfeld schwächen können, sind Passagiere und Personal auf Langstreckenflügen über den Polen häufig einer erhöhten Strahlenbelastung aus dem All ausgesetzt.

Auch Stromausfälle sind bei Sonnenstürmen keine Seltenheit, wie Vorfälle aus den Jahren 1989 und 2003 zeigen. In Kanada fiel damals stundenlang der Strom aus, weil Transformatoren zerstört wurden, in Schweden bot sich einige Jahre später dasselbe Bild. Im Februar 2011 führte eine Sonneneruption im Süden Chinas zu Störungen der Radioübertragung auf Kurzwellenfrequenzen (Bericht in der Infobox).

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